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Tja, ist wirklich nah dran. Erst die Wahl. Dann meine eigene Unfähigkeit, den Hass aus meinem Herzen zu kriegen. Ich bin so sauer über alle, die die Rechten gewählt haben. Und dann gab es auch noch ein Einruch im Büro und einen Tag später wurde meinem Liebesten das Fahrrad geklaut. Das Gute. Mit ZWEI Schlössern angeschlossene. Tagsüber.

Das finde ich einfach so gemein. Das erste Rad, das ihm mal groß genug war. Schöner Schiet. Ich wünsche den Dieben alles Miese an den Hals und ärgere mich darüber, dass sie es auch noch schaffen so viel Wut in mir zu generieren. Am meisten aber wünsche ich mir, dass sie mal in Therapie sind und dann den Auftrag bekommen, sich bei allen persöhnlich zu entschuldigen, denen sie was geklaut  haben. So richtig entschuldigen, von Angesicht zu Angesicht und sich dann die Geschichten anhören, wie die Leute ohne ihre Fahrräder klar kommen. Grrrrrrrrr.

Tja, aber die Heizung ist nicht kaputt, wonach es erst aussah. Mein Strickschaf kommt super voran (nur noch 1,5 Arme und dann zusammensetzen). Das Kinderfahrad konnte ich gut selber reparieren und ganz viel Leute haben die AFD nicht gewählt. Mal sehen, ob ich das mit dem Blick auf die positiven Dinge insgesamt besser hinkriege. Harte Arbeit für mich zur Zeit.

Aber wie heißt es so schön: grün ist die Hoffnung und daher jetzt:

Es grünt so grün.

Es grünt so grün.

Schlechte Haltung, schlechter Hintergund, schlechter Gesichtdsausdruck. Aber das Shirt ist ein Gewinner. Wieder nach meinem angepassten Standartschnitt aus der Ottobre. Genäht in Größe 46. Superbequem und der Palmenstoff ist auch richtig super. War ein Sonderangebot bei Kraftstoff. Vielleicht ist das ja auch schon ein Statement mit der Farbe.

Grün mit Sonne.

Grün mit Sonne.

Einhörner, Halloween-Kostüme, Schaf gibt es demnächst. Hier nur noch ein Blick in den Vorgarten. Ich sach nur: November…

OMG. We are all going to die.

OMG. We are all going to die.

 

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Vor der Wahl

Mann ist das anstrengend. Dieses mal bin ich ziemlich intensiv in den Wahlkampf eingetaucht. Und das erste Mal auch öffentlich. An so einem Wahlkampfstand zu stehen ist ein bisschen wie ein Coming out. Ich steh hier für diese Partei und damit bin ich dann wirklich auch gleich für alles verantwortlich. Dabei habe ich gar keine Verantwortung, nur eine Meinung. Ich muß Rede und Antwort stehen und Antworten haben und vor allem zuhören können. Und ganz schnell ist nix mehr privat.

Aber es bewegt auch viel in mir. Ich führe die Gespräche ja. Und ich erinnere mich an viele Gesichter und viele Sätze und viele Möglichkeiten miteinander umzugehen. Ich habe nicht mehr so viel Angst mich sichtbar draußen hinzustellen mit sowas persöhnlichem, wie einer politischen Meinung. Ich muß aber noch an meiner Wut-wieder-loswerden-Strategie arbeiten. „Ihr solltet euch was schähmen!“ und dann schnell die Flucht ergreifen bei der Nachfrage „Warum?“ lässt mich eher ratlos zurück. Auch die Aussage, dass man in Bayern die Grünen ja nicht wählen könne, finde ich jetzt nicht ganz so einleuchtend.

Aber die 96jährige Dame die von ihrer Arbeit in der Gewerkschaftkantine in Bonn erzählte, das lange Gespräch mit einer Transsexuellen zu dem früheren Umgang der Grünen mit sexualisierter Gewalt, der Mann im Anzug, der mich am Stand angeschriehen hat und mir erzählen wollten, was ich als Frau auch wie sehen müsse und alle diejenigen, die sich die Zeit genommen haben, mir zu erklären, warum sie die Grünen nicht mehr wählen: ich werde mich an alle erinnern. Ich bin dankbar für viele dieser Gespräche und wütend über manche. Das waren aber nicht so sehr die Gespräche als mehr die Monologe ohne den Wunsch nach Austausch. Über die Gespräche denke ich immer noch nach, stelle für mich Positionen in Frage und werde mir auch sicherer in meinem Empfinden.

Morgen noch mal. Dann brauche ich eine Pause. Ich will nicht dauernd ganz so öffentlich sein. Wobei die Haupterkenntnis eine ganz altbekannte ist: wenn ich mich öffne, tut das meist auch die Person gegenüber. Oft mit ganz erstaunlichen Ergebnissen. Wenn die andere Person sich nicht öffnet, fühlt sich das sehr nackich an. Aber so what: mach dein Ding, steh dazu, heul nicht rum wenn andere lachen…

Aber erst mal will ich nun ein, nein zwei neue Shirts. Motto: I am on the side with love…

Steh dazu...

Steh dazu…

Und eins in grün mit Palmen auch in grün. Ist auch irgendwie so ein Statement-Ding mit 70er-Tapete-Einschlag. Vielleicht schon übermorgen fertig. Und bis dahin überlege ich noch mal ob ich meine letzten Nähergebnisse poste. Ich bin zwar sehr zufrieden damit, ich habe noch dem 7. Modell auch die Verarbeitung und Passform gut optimiert. Aber es sind halt Unterhosen, Schlüpper, Unnerbuxen. Das ist dann vieleicht auch etwas zu persöhnlich/nah dran.

Für diejenigen, die was gutes über den Wahlkampf lesen möchten kann ich nur das hier empfehlen:  Arbergen! 

Gut das wir sie haben, sie nervt und immer gewinnen die Falschen und nur Typen und alles geht viel zu langsam. Aber: das ist Demokratie, langweilig wird sie nie. Bitte geht eine demokratische Partei wählen. Please.

 

Warten auf den Sommer

Irgendwie habe ich das Gefühl, das ich immer noch auf den Sommer warte. Dabei musste ich heute früh zum Zähneputzen schon das Licht anschalten. Das ist ein Zeichen, dass es mit dem Sommer zuende geht. Also habe ich ihn wohl verpasst oder die paar Stunden übersehen.

Das war vorgestern und gestern war dann Sommer: Sonne, leichter Wind und T-Shirt-Wetter beim CSD in Bremen. Es war perfekt! Zu warm für mein neues Shirt, aber das war egal.

CSD in Bremen

CSD in Bremen

Das Outfit ist ja genau für diesen Tag gemacht worden. Und es war wunderbar wirklich tausende von Leuten in Regenbogen-Farben zu sehen, die sich einfach freuten gemeinsam auf die Strasse zu gehen. Das letzte Mal ist zu lange her. Aber ich hoffe mal, dass der Erfolg gestern eine weitere Demo im nächsten Jahr wahrscheinlich macht. Denn es war eine Demo. Für Diversität. Für Gemeinsamkeit. Und für mich das wichtigste: sichtbar zu sein und dabei. Mein Lieblingsspruch von der Demo:

CSDstattAFD

CSDstattAFD

Ist vielleicht nicht wahnsinnig originell, aber einprägsam. In diesem Sinne jetzt nix zu meiner Stoffstatistik (uiuiuiii), meinen neuen Projekten, dem 3. Aufschlag für einen Lace-Schal oder eine Hohelied auf die Overlockmaschine. Auf die Straße…

On my way to

On my way to

Statistik

Tja, einer der Gründe warum es etwas dünn bei den Blog-Posts ist: ich habe mir ja eine Stoffstatistik für diese Jahr vorgenommen. Was kommt rein, was wird vernäht und geht damit raus (aus dem Vorrat) und als Effekt: hoffentlich kommt es insgesamt zu einem Abbau der Vorräte. Pffffff. Hände-in-die-Luft-werfen und hysterisches Gekicher. Ich fürchte dieses Ziel wurde mit der Aufnahme einer Statistik nicht erreicht. Ich habe das Gefühl der Eintrag ist gänzlich unkontrolliert explodiert. Dabei sollte es doch weniger werden. Ich nähe zwar wie eine Wilde, aber der Einkauf übertrifft das locker. Dabei bin ich doch Ökologin (in einem früheren Leben gewesen) und weiss, das mehr Eintrag als Austrag kein nachhaltiges System ist. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich hier aus den Stoff-Vorräten Erdöl bildet, weil der Druck dafür nicht reicht. Aber Humus ist möglich, denn es gibt Schichten.

Jetzt aber kein rumgerede und verzögern mehr: ich habe in diesem Jahr schon 55,1 m Stoff gekauft. Es ist mir schon ziemlich peinlich. Daher sieht es in meinem Nähzimmer zur Zeit auch teilweise so aus:

Stapelbildung.

Stapelbildung.

Ich habe allerdings auch schon 22,7 m Stoff vernäht: 1 Kinderfaschingskostüm, 1 T-Shirt und 2 Pullover für meine Tochter, 1 T-Shirt für den Gatten und für mich 3 Raglanshirts, 2 Sweatheart-Tops mit kurzen Ärmeln, eines mit langem Ärmel, eine Jogginghose,  3 verschiedene Pullover, einen Rock und ein Ophelia-Shirt. Ausserdem noch diverse Schlüsselbänder, eine Baybhandtuch und eine kleine Tasche für Babyutensilien.  Aber von einem Abbau der Vorräte kann keine Rede sein.

Es ist der Konsumrausch, das Gefühl: diesen Stoff finde ich nie wieder und den anderen kriege ich nie wieder so günstig. Und das Potential. Viele Stoffe finde ich einfach nur schön, oder besonders, oder ich liebe die Farben oder das Muster. Aber bei jeden Stoff geht es auch immer um die Pläne, das Potential. (Ich höre da immer den inneren Remington Steel: Think of the possibilities…Prägende Szene meiner Jugend ab 33: 49). Oder wie Bowie in Absolute Beginners sagte: Wir verkaufen keine Dinge, wir verkaufen Träume. Und das ist es oft: ich stelle mir abgefahrene Kleider, supergemütliche Pullover und wunderschöne Klamotten vor, die alle perfekt aussehen. Das ist das Potential. In der Realität stelle ich dann fest, dass es nie ganz so perfekt wird, ich wieder auf einen Modetrend reingefallen bin, der an einer Frau  mit dickem Hintern und Größe 42-48 auch mit 100 Anpassungen nicht anzupassen ist oder ich dann einfach ein wunderschönes Kleid habe, mit dem frau aber leider nicht Fahrrad fahren kann (ohne beim Absteigen von selbigen zu fallen).

Das ist natürlich ein Kapitalismus-Grund-System: immer schön kaufen. Und ich bin definitiv nicht frei davon. Stoffe habe ich genug, das weiss ich. Aber Träume und Potential: davon kann ich nicht genug bekommen. Es bleibt ein ständiger Kampf zwischen der Realisierung von Träumen, Praktikabilität und der Erkenntnis, dass ich zuviel habe.

Humus.

Humus, vor sich hin reifend.

Aber langsam bis mittelschnell steigt der Anteil der selbstgenähten Klamotten, die ich trage. Es muss nicht alles nur selbst genäht sein, aber ich habe keine Lust auf schlecht sitzende Mode in trüben Farben, die nur von unterbezahlten Frauen in Bangladesh hergestellt worden sein kann. Ich weiß wie lange ein T-Shirt dauert. Und das ist nicht für EUR 4,50 zu machen. Und es dann gleich nach dem Tragen wieder wezuschmeißen ist eine Sauerei. Bei selbst gemachten Sachen dauert alles immer lange. Diese Sachen zu verschenken oder selber zu benutzen bedeutet für mich Wertschätzung: für die Beschenkten, für die Dinge, die eben ihre Zeit brauchen. Das sind bewußte Entscheidungen, nicht immer effektiv sein zu wollen und zu müssen.

Ja, das ist politsch. Hier auf meinem Blog geht es ums selber machen. Aber nicht nur weil es schöner ist. Sondern weil es ein Akt der Selbstbestimmung ist: wie will ich aussehen? Anders als es für eine dicke fast 50-jährige vorgesehen ist? Oder nur nachmachen, was „die Mode“ vorgibt? Ich glaube, ich will weiter spielen, mich ausprobieren und nicht auf irgendwas festlegen lassen. Und das ist auch politisch.

Und dann geht es für mich auch um Unabhängigkeit: ich kann das selber. Finde ich für mich ganz wichtig. Ich kann mein Fahrrad reparieren, Pflanzen pflegen, Klamotten nähen, die Buchhaltung machen, einen Wissenschaftlichen Text verstehen oder schreiben, mit der Axt umgehen, der Häkelnadel und der Bohrmaschine, Lace-Schals stricken (bei Socken übe ich noch), backen, putzen, eine Steuerprüfung vorbereiten und begleiten und die Küche putzen sowie tausend andere Dinge. Und nichts davon ist weniger oder mehr wert oder wertlos. Oder irgendwie lächerlich, weil es ja nur eine Frauenbeschäftigung ist. Selber machen können macht mich unabhängig. Und auch das ist politisch. Weil: ich kann es selber. Ich muß nicht jemanden schlecht bezahlen, damit er oder sie es macht.

Ich habe viel über den Post von Frau Jule nachgedacht. Und denke schon, dass es auf meinem Blog auch um politische Fragen geht. Weil es um mich geht und ich mache viele Dinge, nicht nur Topflappen (siehe oben). Und vor allem geht es mir auch um Sichtbarkeit. Ich habe das Gefühl, ich komme da draußen in der Welt nicht wirklich vor. Aber hier bin ich da. Und mal ist mir Wolle wichtiger, mal muß ich mich über Gender-Farb-Zuordnungen aufregen und dann wieder geht es um ganz was anderes. Aber ich will eben auch vorkommen: Frau, chronisch krank, nerdig, dick, nicht mehr jung, Musik-verrückt, nicht konventionell schön, Bollywood-Fan, unsportliche Tanzbegeisterte, sesshaft, Nematodenspezialistin, frickelige Buchhalterin, Sammlerin, Mutter, verheiratet, nicht nur hetero , Bücher-liebend und Schoko-abhängig. Und wenn ich da draußen sonst nicht vorkomme, muß ich eben selber raus. Und das ist auch politisch.

Mir geht es hier auch eher um Sichtbarkeit für mich. Keine Ahnung, ob oder was hier andere interessiert. Das ist für mich nicht entscheidend beim Schreiben. Keiner muß das hier lesen. Wenn ich so wütend über die Wahl eines amerikanischen Präsidenten werde, dass ich schon Selbstgespräche führe, dann hat das hier aber definitiv einen Platz. Sehr schön auf den Punkte gebracht von John Oliver: this is not normal. Und ich muss es mir auch immer wieder sagen: das ist nicht normal. Ich will mich an bestimmte Dinge und Aussagen nicht gewöhnen.

Aber ich will auch nicht, dass diesen Deppen in den USA, der Türkei, Syrien oder gar nicht so weit weg die Jungen Alternativen Identitären Idioten (oder wie auch immer die heißen) hier in Bremen (Grusel und würg) alle meine Energie absorbieren. Ich will immer wieder sagen: nein, für mich sprecht ihr nicht und euere Zukunft will ich nicht. Ich kann mir nähmlich eine bessere und buntere vorstellen. Aber gerade in diesen Zeiten und diesen Zuständen, von denen ich nicht erwartet hätte, mich wieder in ihnen bewegen und damit auseindersetzen müsste, ist bunt und Glitzer vielleicht auch ein echtes Statement. Dazu ein perfekter Post von Oonabaloona.

Und daher nun: Glitzer!

Golden Years...

Golden Years…Seufz.

Zusammenfassend kann ich nur sagen: ist vielleicht alles etwas wirr geworden. Aber ich bin echt zu alt, um mich mit irrer Anstrengung zu kompartimentieren. Weder nur Stoffe, noch nur Regt-mich-auf. Mich gibt es als Gesamtpaket. Und eine neue rosa Mütze stricke ich mir auch. Und trage sie auch im Frühling.

 

 

Rosa

Also doch noch rechtzeitig fertig geworden. Am Sonntag, 20:45 Uhr wurde das Faschingskostüm für das Kind anziebar. Just in time production. Kurz vor Ende stellte sich noch raus, dass das Oberteil leider zu eng geworden war. Also noch mal Rettungskonstuktion überlegen, antiken und empfindlichen Tüll wieder auftrennen und Seitendreiecke einbauen. Hat aber noch geklappt.

Dschinn.

Dschinn.

Das Kind wollte ein Dschinn-Kostüm haben. Und da sind mir dann meine nicht unerheblichen Vorräte an Saris eingefallen. Eine Pumphose und ein Oberteil sollten es werden. Ich habe da ganz klare Vorgaben aufgezeichnet bekommen. Es ist zwar etwas anders geworden, hat aber trotzdem gefallen.

Konstruktionszeichnung.

Konstruktionszeichnung.

Da der Sari aus rosa Tüll mit Zardosi-Stickereien in türkis und Gold sowie Goldpailletten sehr durchsichtig ist, war mir klar, dass ich alle Kleidungsstücke füttern muss. Zumal der Fasching ja im Februar stattfindet und nix doofer ist, als über sein Kostüm immer eine Jacke ziehen zu müssen. Für die Hose habe ich aus einem rosa-rot gewebtem Sari nach einem Schnitt aus der Ottobre eine normale, gerade geschnittene Hose ohne Bündchen oben genäht. Dann habe ich anhand des Schnittes einen neuen Schnitt mit ca 10cm mehr Weite im Bein gezeichnet und diese Teile aus dem Sari-Tüll zugeschnitten. Diese beiden Hosen habe ich dann mit Bündchen in Rosa oben am Bund und unten am Beinabschluss zusammen genäht. Dabei müsste ich den Sari Stoff leider durchgängig mit französichen Nähten nähen, da der Stoff sonst schon beim Ankucken auffaserte und wegfusselt. Das Nähen über die Pailetten vor allem unten an den Beinen hat mich eine halbe Packung Nähmaschinennadeln gekostet. Aber die Hose sitzt super, ist wohl sehr bequem und gefällt mir auch richtig gut.

Das Oberteil wollte ich dann genauso machen: innenliegendes T-Shirt aus Jersey und darüber dann das Tülloberteil und beides mit Bündchen am Hals zusammengefasst. Leider ist das Tülloberteil durch die französichen Nähte dann viel zu eng geworden und ich musste es noch mal aufmachen. Aber das Trennen hat geklappt und alles zusammen war so bequem, das das Kostüm den ganzen Tag über getragen wurde. Ich bin ganz stolz. Und froh, dass aus dem Sari noch was neues geworden ist. Ich fand ihn immer schön, aber rosa ist einfach nicht meine Farbe. Und der Stoff ist super empfindlich. Das fiehl mir natürlich erst wieder ein, als das Kostüm schon fast fertig war… Handwäsche…. Selber schuld.

Ich mochte aber das Hellblau/Türkis mit dem rosa Bündchen für das Untern-drunter-T-Shirt dann doch erstaunlich gerne. Ich hätte geschworen, ich hasse rosa. Das ist so eine niedliche Farbe, so Prinzessinnenmäßg, lieb, harmlos, klischeebeladen und Mädchen. Aber warum geht es dann so für mich gar nicht, wo blau doch manchmal wieder geht (nach Jahren ohne Blau in meiner Kleidung)? Ist das wieder so ein Mädchen-ist-doof-Ding oder wirklich nur meine geradezu allergische Reaktion auf die ganzen rosa Klamotten für kleine und mittelgroße Mädchen die alles zu überwuchern scheinen? Selbsthass oder Potest gegen Geschlechter-Klischees? Ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall ist rosa für mich ein No-Go seitdem ich eine Tochter habe. Alles in Rosa, immer alles aufgeteilt in „Für Mädchen“ und „Für Jungen“. Nach neutral muß man ewig suchen, ob es nun Klamotten, Bücher, Brotdosen oder Rucksäcke sind. Ich hasse diese Festlegung auf „so-bist-du- und es wird dir schon gefallen-wenn du-ein-Mädchen-bist“. Die Farben sind nur das sichtbarste (ja, ja) Symbol für diese Einsortierung in A oder B. Und egal ob frau sich dem beugt oder sich dagegen entscheidet kommt immer wieder der Abgleich an der Norm. Wie cool: gar kein rosa oder wie nett und niedlich in Pink. Und muß Verweigerung von Rollenklischees dann als Konsequenz das Tragen von Schlamm als vorherschender Jungenfarbe für Mädchen sein? Anstatt zu sagen: meine Lieblingsfarbe ist lila mit grünen Streifen, läuft gleich der Film ab: lila? ist das nicht zu offensichtlich? und wieso 2 Farben bei einer Lieblingsfarbe? Ist bunt gut, oder ist es nicht bunt genug? Ist das gendermäßig irgendwie festgelegt?

Mal was anderes.

Mal was anderes.

Schwierig. Weil ich immer von Kinderklamotten auf meine eigenen Farbvorlieben komme und da die Symbolik für mich immer mit reinspielt. Natürlich auch auch Jonny Cash mit „Till things are brighter, I´m the man in black.“ Aber Schwarz reicht mir nicht. Daher habe ich mir für diesen 8. März eine pinke Mütze gestrickt. Jetzt trägt sie jemand anders. Abschließend nur noch ein Gedanke: ein Tag im Jahr alles in Pink reicht mir nicht. Jeden Tag 50%. Equal rights, equal pay, equal freedom. Und alle Farben sind ok. Sogar beige.

Internationaler Frauentag

Selbsterklärend.

Weihnachtsoutfit

Mal wieder viel zu spät. Aber hier noch mal der Vollständigkeit halber: mein Weihnachts-Outfit. Für den Weihnachtskleid-Sew-Along war ich viel zu langsam. Das eigentlich geplante Kleid hängt hier immer noch genauso rum, wie ich es im November auf die Puppe gestülpt habe: mit gesteckten Seitennähten und ohne Ärmel und Beleg. Rohbau sozusagen.

Diesen Rock hatte ich schon länger fertig, aber dann wollte ich noch ein schönes Oberteil dazu nähen. Vielleicht mal aus Strickstoff, den habe ich noch nie verarbeitet. Macht ja bestimmt auch ein schönes Weihnachtsoutfit und praktischer ist es wahrscheinlich auch habe ich mir gedacht. Diesen dunkelroten Strickstoff, für den wohl viele kleine Polyster sterben mussten, habe ich dann im Stoffmarkt Hastedt gekauft.

Ich und schick.

Ich und schick. Na ja.

Ich wollte mir ein kurzärmeliges Top (Pin-Up Sweater von Gertie Hirsch) und dazu ein kleines Jäckchen Art Bolero nähen. Wie viel Stoff ich brauchen würde, war mir im Laden mal wieder nicht präsent und so habe ich einfach alles mitgenommen, was noch da war: 2,6m. Im Endzustand habe ich daraus dieses Top (Sweetheart-Top mit 3/4 Ärmeln und Ausschnittvariation von Gertie Hirsch aus Gertie Sews Vintage Casual), das geplante Pin-Up-Shirt und ein Jäckchen aus der Fashion Style 6/2016 genäht. Vielleicht kann ich aus den Resten sogar noch ein Top für das Kind zusammenstückeln. Der Stoff trägt sich super angenehm und kuschelig (das Schwitz-Problem bei Poly ist hier nicht so ausgeprägt, erstaunlicherweise) und war auch sehr angenehm zu vernähen. Weniger Kampf mit der Materie als bei vielen Jersey-Stoffen, die ich in der letzten Zeit verarbeitet habe. Ich mag die Farbe total gerne.

Beachten sie die Schuhe.

Beachten sie die passenden Schuhe.

So richtig festlich wirkt das ganze jetzt auf den Fotos nicht. Aber auf der Weihnachtsfeier hatte ich eben noch ein Jäckchen drüber und schickere Schuhe an. Ewas schickere. So richtig schicke Schuhe habe ich wahrscheinlich gar nicht. Fazit: das Oberteil könnte für diesen Rock noch deutlich kürzer sein, für die Kombi mit Hose mag ich diese Länge aber lieber. Das andere Top hat einen kleineren Ausschnitt und kurze Ärmel und ist ebenfalls ein Gewinner. Ich musste wie auch bei dem anderen Gertie Hirsch Schnitt nichts ändern und trage beide Oberteile sehr viel.

Das kleine Jäckchen trage ich nicht so viel, da bin ich mit dem Schnitt in Kombination mit dem sehr weich fallenden Stoff nicht 100% zufrieden. Eventuell ändere ich da die vordere Kante oben noch etwas und mache sie runder. Der Schnitt hätte nach einen Stoff mit etwas mehr Stand verlangt.

Der Rock ist aus der letzten Ottobre 5/2016 der Rock „Math Teacher“. Ich mochte das ganze Ensemble, hier zu sehen, wie es in der Zeitschrift abgebildet war. Daher auch ein ähnlicher Pullover, jedoch ohne Puff-Ärmel, die ich nicht mag.

Ich wollte für den Rock den Rest von meinem Wollmischstoff vom Mantel verarbeiten. Das hat auch gereicht, nun sind nur noch ein paar Reste für Stulpen und/oder die Vorderseite einer Weste übrig. Der Stoff hat eine wunderschöne Webkante. Die muss ich auf jeden Fall noch weiterverarbeiten.

Der Schnitt in der Ottobre war auf jeden Fall dieses Mal nicht so problemlos wie erwartet. Ich habe nach meinen Maßen eine Größe 48 ausgeschnitten und diese stellte sich als viel zu weit heraus. Also musste ich alle Falten wieder auftrennen, die Weite in tiefere Falten verteilen und noch mal neu stecken und nähen. Das nächste Mal messe ich den Taillenbund bevor ich irgendwas nähe…

Sonst klappte aber alles gut und auch die Länge gefällt mir. Der Rock ist ein paar Zentimeter kürzer als beim Schnitt angegeben. Allerdings habe ich einen einfachen Futterrock eingenäht und nicht einen mit den gleichen Falten wie der Außenrock. Das machte das einnähen deutlich einfacher und reduzierte die Stofflagen am Bund. Auch ist es viel Stoff und der Rock an sich ist ziemlich schwer. Was aber bei einem Winter-Modell auch gut ist.

Ich fühle mich wohl darin, sehr angezogen ohne das Gefühl zu haben, overdressed zu sein wenn ich ihn im Alltag trage. Die eine mittlere Falte vorne links ist mir nicht so gut gelungen, da werde ich mein Glück noch mal mit intensivem Bügeln versuchen. Und zur Weihnachtsfeier und zu Heiligabend habe ich das ganze auch tatsächlich getragen. Und die wunderschöne goldene Brosche, die ich von meiner Schwester geschenkt bekommen habe passt perfekt dazu. Fazit: gerne wieder mit Strickstoffen nähen, casual ist eher mein Ding als schick und noch mehr auf abmessen und anpassen beim Nähen achten.

Das klingt ja schon ein bischen nach Vorsätzen für das neue Jahr. Nun ja. Eigentlich wollte ich keine, aber dann haben sich doch ein paar Pläne eingeschlichen:

  • eine Stoff-Statistik muß her: Eingänge und vernähte Meter. Der Zuwachs an Stoffen wird einfach zu viel. Ich habe nachgerechnet: alleine im Dezember habe ich mindestens 20,8m Stoff gekauft. Ich habe zwar auch 1 Pullover für den Gatten, 2 fürs Kind und 3 für mich genäht, aber der Schwerpunkt liegt doch auf Zuwachs. Exponentiellem Zuwachs. Das muß sich ändern. Der Artikel von Nahtzugabe hat mich da zum Nachdenken gebracht. Danke dafür.
  • Daher sollen jetzt erst mal die Vorräte vernäht werden. Nur noch ein Stoff pro Einkauf. Maximal einen neuen Stoff pro Monat habe ich mir vorgenommen. Mal sehen, ob ich das schaffe.
  • Ich will noch mehr Vintage-Kleider und Tops nähen.
  • Dieses Jahr will ich einen Basisschnitt für Hosen für mich hinkriegen.
  • Alte Projekte fertig stellen oder entsorgen/umarbeiten. Stapelbildung unterbinden.
  • Keine neue Wolle mehr, sondern Vorräte wegstricken.
  • Ich will eine Liste mit Stoffläden in Bremen erstellen. Ich liebe diese Listen. Wenn ich irgenwo hin fahre sehe ich mir vorher immer schon mal die Gegebenheiten für Stoff und Wolle an. Und mitlerweile lohnt es sich hier in Bremen auch wieder.
  • Nur noch Motto-Shirts kaufen, denn diese Jahr wird es auf jedes Statement ankommen. In diesem Sinne: Denken gefärdet Vorurteile. Hoffe ich doch sehr.

Kalt, kalt, kalt!

Ich war beim Friseur und habe da durch großmundiges „bitte RICHTIG“ kurz, den kürzesten Haarschnitt seit Jahren bekommen. Gefällt mir ganz gut, aber leider kam einen Tag später die Kältewelle. Und so fast ohne Haare auf dem Kopf sind -7 Grad Celsius eben noch mal kälter. 9mm ist halt eben sehr kurz. Ich habe aber unerschrocken dem Wetter getrotzt. Und draußen Fotos gemacht. Ohne Jacke. Und ohne Mütze.

Noch mit langen Haaren.

Noch mit langen Haaren.

Ich wollte doch endlich mal die verschiedenen Shirts nach dem Raglan-Schnitt aus der Ottobre 3/2015 zeigen. Ich habe den Schnitt mitlerweile gut an meine Figur angepasst: an den Hüften an beiden Seiteten ca. je 2 cm mehr Weite, dafür unter den Armen etwas weniger Weite. Dafür aber auf ca. 15cm am Ärmel von der Achsel aus gesehen über die Länge mindestens 2cm mehr Weite zugegeben. Ich mag diese Shirts super gerne und trage auch jetzt noch fast jeden Tag eines davon. Obwohl es eigentlich zu kalt dafür ist und ich dann eine Jacke drüber an habe. Dieser Schwalbenstoff war ein Rest aus dem Stoffmarkt Hastedt und das Stück hat einfach nicht für lange Ärmel gereicht. Und zuhause habe ich nix in meinem Vorrat gefunden, das gepasst hätte. Daher habe ich dann bei einm späteren Besuch in Hastedt noch mal gesucht und den Punktestoff gefunden. Passt super finde ich. Die Ärmel sind etwas stretchiger als der Schwalbenstoff. Optimale Kombi für den Tragekomfort. Mein erstes Modell nach dem Schnitt habe ich hier schon mal gezeigt.

Eine weiteres Lieblingsmodell, das farblich etwas leichter zu kombinieren ist, ist mein Fahrradshirt.

Das beste von allen miesen Fotos.

Das beste von allen miesen Fotos.

Irgenwie habe das Shirt zwar am meisten an, aber noch nicht ein einziges brauchbares Foto davon zustande gebracht. Die Ärmel sind aus einfarbigem Jersey in Antrazit. Der Stoff hat wohl einen Poly-Anteil und ist daher etwas weicher/puscheliger als meine anderen Jerseys. Das trägt sich sehr angenehm, nach einem anstrengenden Tag ist frau da aber auch leicht etwas stinkiger unterwegs…

Und das letzte Modell nach dem Schnitt ist mit uni-Bauch und hellblauen Ärmeln mit stilisierten Korbblütlern/Pusteblumen.

Winter im Garten.

Winter im Garten mit kurzen Haaren.

Ich trage es sehr gerne, obwohl es für meine Verhältnisse total unfarbig ist. Blau entdecke ich dieses Jahr wieder für mich. Auch dieses Modell trägt sich super und ich sehe die Falten über dem Busen ja selber nicht. Da muss ich bei einem weiteren Exemplar wohl doch noch mal mehr Weite für den Busen einarbeiten. Oder dünner werden. Das mit der zusätzlichen Weite ist aber wohl erfolgsversprechender. Ein Modell mit hellblauem Bauch mit Schwänen drauf und orangenen Ärmeln ist als nächstes geplant. Gefolgt von einem Modell in dunkellila mit Äpfeln für den Körper und lila Streifen für die Arme. Dann sollte ich wohl auch mal wieder Lust auf andere Schnitte bekommen.

Fazit: der Raglan-Shirt-Schnitt aus der Ottobre ist für mich DER Schnitt für 2016. Ein bis zwei mal die Woche trage ich eines der nach diesem Schnitt genähten Shirts und finde sie immer noch super.

Hier nur noch eine Impression aus der kurzen richtig kalten Zeit.

Vor dem Vorgarten.

Vor dem Vorgarten.

Und meine Meinung zu 2016:

Fuck 2016.

2016. No comment.