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Archive for the ‘Upcycling’ Category

Also doch noch rechtzeitig fertig geworden. Am Sonntag, 20:45 Uhr wurde das Faschingskostüm für das Kind anziebar. Just in time production. Kurz vor Ende stellte sich noch raus, dass das Oberteil leider zu eng geworden war. Also noch mal Rettungskonstuktion überlegen, antiken und empfindlichen Tüll wieder auftrennen und Seitendreiecke einbauen. Hat aber noch geklappt.

Dschinn.

Dschinn.

Das Kind wollte ein Dschinn-Kostüm haben. Und da sind mir dann meine nicht unerheblichen Vorräte an Saris eingefallen. Eine Pumphose und ein Oberteil sollten es werden. Ich habe da ganz klare Vorgaben aufgezeichnet bekommen. Es ist zwar etwas anders geworden, hat aber trotzdem gefallen.

Konstruktionszeichnung.

Konstruktionszeichnung.

Da der Sari aus rosa Tüll mit Zardosi-Stickereien in türkis und Gold sowie Goldpailletten sehr durchsichtig ist, war mir klar, dass ich alle Kleidungsstücke füttern muss. Zumal der Fasching ja im Februar stattfindet und nix doofer ist, als über sein Kostüm immer eine Jacke ziehen zu müssen. Für die Hose habe ich aus einem rosa-rot gewebtem Sari nach einem Schnitt aus der Ottobre eine normale, gerade geschnittene Hose ohne Bündchen oben genäht. Dann habe ich anhand des Schnittes einen neuen Schnitt mit ca 10cm mehr Weite im Bein gezeichnet und diese Teile aus dem Sari-Tüll zugeschnitten. Diese beiden Hosen habe ich dann mit Bündchen in Rosa oben am Bund und unten am Beinabschluss zusammen genäht. Dabei müsste ich den Sari Stoff leider durchgängig mit französichen Nähten nähen, da der Stoff sonst schon beim Ankucken auffaserte und wegfusselt. Das Nähen über die Pailetten vor allem unten an den Beinen hat mich eine halbe Packung Nähmaschinennadeln gekostet. Aber die Hose sitzt super, ist wohl sehr bequem und gefällt mir auch richtig gut.

Das Oberteil wollte ich dann genauso machen: innenliegendes T-Shirt aus Jersey und darüber dann das Tülloberteil und beides mit Bündchen am Hals zusammengefasst. Leider ist das Tülloberteil durch die französichen Nähte dann viel zu eng geworden und ich musste es noch mal aufmachen. Aber das Trennen hat geklappt und alles zusammen war so bequem, das das Kostüm den ganzen Tag über getragen wurde. Ich bin ganz stolz. Und froh, dass aus dem Sari noch was neues geworden ist. Ich fand ihn immer schön, aber rosa ist einfach nicht meine Farbe. Und der Stoff ist super empfindlich. Das fiehl mir natürlich erst wieder ein, als das Kostüm schon fast fertig war… Handwäsche…. Selber schuld.

Ich mochte aber das Hellblau/Türkis mit dem rosa Bündchen für das Untern-drunter-T-Shirt dann doch erstaunlich gerne. Ich hätte geschworen, ich hasse rosa. Das ist so eine niedliche Farbe, so Prinzessinnenmäßg, lieb, harmlos, klischeebeladen und Mädchen. Aber warum geht es dann so für mich gar nicht, wo blau doch manchmal wieder geht (nach Jahren ohne Blau in meiner Kleidung)? Ist das wieder so ein Mädchen-ist-doof-Ding oder wirklich nur meine geradezu allergische Reaktion auf die ganzen rosa Klamotten für kleine und mittelgroße Mädchen die alles zu überwuchern scheinen? Selbsthass oder Potest gegen Geschlechter-Klischees? Ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall ist rosa für mich ein No-Go seitdem ich eine Tochter habe. Alles in Rosa, immer alles aufgeteilt in „Für Mädchen“ und „Für Jungen“. Nach neutral muß man ewig suchen, ob es nun Klamotten, Bücher, Brotdosen oder Rucksäcke sind. Ich hasse diese Festlegung auf „so-bist-du- und es wird dir schon gefallen-wenn du-ein-Mädchen-bist“. Die Farben sind nur das sichtbarste (ja, ja) Symbol für diese Einsortierung in A oder B. Und egal ob frau sich dem beugt oder sich dagegen entscheidet kommt immer wieder der Abgleich an der Norm. Wie cool: gar kein rosa oder wie nett und niedlich in Pink. Und muß Verweigerung von Rollenklischees dann als Konsequenz das Tragen von Schlamm als vorherschender Jungenfarbe für Mädchen sein? Anstatt zu sagen: meine Lieblingsfarbe ist lila mit grünen Streifen, läuft gleich der Film ab: lila? ist das nicht zu offensichtlich? und wieso 2 Farben bei einer Lieblingsfarbe? Ist bunt gut, oder ist es nicht bunt genug? Ist das gendermäßig irgendwie festgelegt?

Mal was anderes.

Mal was anderes.

Schwierig. Weil ich immer von Kinderklamotten auf meine eigenen Farbvorlieben komme und da die Symbolik für mich immer mit reinspielt. Natürlich auch auch Jonny Cash mit „Till things are brighter, I´m the man in black.“ Aber Schwarz reicht mir nicht. Daher habe ich mir für diesen 8. März eine pinke Mütze gestrickt. Jetzt trägt sie jemand anders. Abschließend nur noch ein Gedanke: ein Tag im Jahr alles in Pink reicht mir nicht. Jeden Tag 50%. Equal rights, equal pay, equal freedom. Und alle Farben sind ok. Sogar beige.

Internationaler Frauentag

Selbsterklärend.

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New and Old

Es ist so eine Zeit, da fühle ich mich richtig alt. Immer müde und dem Programm nicht gewachsen. Dabei kriege ich es doch bei Licht besehen alles ganz gut hin. Auf jeden Fall ist dies nun doch ein Grund mein Upcycling-Projekt etwas genauer vorzustellen und mein erstes Tutorial zu schreiben:

Ausgangszustand.

Ausgangszustand.

Das Top passte mir einfach nicht mehr und die Zeit für halb-Bauch-frei ist auch mehr so vorbei. Und die Hose hat nie richtig gepasst (Stoff sieht schön aus, hat aber null Stretch-Eigenschaften: sehr unbequemes tragen bzw Fahrrad-Fahren…). Da habe ich mir gedacht, daß eine neue Umhängetasche zu meinen mindestens 9 Lieblingstaschen ja wirklich nötig wäre. Vor allem, da ich ja schon ALLES zur Ferigstellung habe.

Also 1. Schritt: Ewiges Überlegen, Planen, Messen und Denken (Dauer ca. 6 Wochen)

2. Schritt: Mittelteil des Tops herausschneiden. Dafür habe ich nur den unteren Rand unterhalb der Stickerei gerade mit dem Rollschneider gekappt und oben unterhalb des Ausschnittes ebenfalls einen geraden Schnitt gemacht. Bei der Hose habe ich die Beine aufgetrennt (entlang der Naht geschnitten) und versucht, dabei möglichst große Teile zu erhalten. Die Teile für den Hauptteile der Tasche sahen dann so aus:

2. Schritt.

2. Schritt.

Damit habe ich dann eine grünen Schlauch für den oberen Teil und mehrere Stücke Cordstoff für den unteren Teil. Ich habe mir erst aus dem Cordstoff einen kurzen Beutel mit dem selben Durchmesser wie vom grünen Schlauch genäht. Dann habe ich diese zwei Teile zusammen genäht. Dabei habe ich wieder mal festgestellt, daß es nicht so einfach ist, einen stretchigen Stoff an einen Stoff so ganz ohne Stretch zu nähen. Das war das Problem mit der Hose: kein Stretch… Jedenfalls, nachdem ich an dann die Falten alle wieder aufgetrennt hatte und alles schön verbessert hatte, sah das ganze so aus.

3. Schritt.

3. Schritt.

Ich habe mich dann noch für einen weiteren dünneren Streifen Cordstoff am oberen Ende der Tasche entschieden. Der grüne Stoff war/ist einfach nicht stabil genug, um einen Gurt daran zu befestigen. Danach habe ich dann die Länge für den quer über der Schulter zu tragenden Gurt ausgemessen und die entsprechenden Teile aus der Hose (Resten der selben) ausgeschnitten. Dafür brauchte ich 2x die Länge von ca. 55cm und die Breite von ca. 11-12cm.  Bei dem Gurt habe ich dann noch eine Verstärkung mit dünnem Volumenvlies (H 630) aufgebügelt.

4. Schritt.

4. Schritt.

Dann habe ich die beiden Gurtteile in der Länge verbunden und dann die Langsseite geschlossen. Dann mußte ich das ganze nur (!) noch wenden und nach dem bügeln habe ich zur Stabilierung noch jeweils eine Naht ca 0,7 cm der Länge nach auf jeder Seite abgesteppt. Dann noch einen Futterstoff ausgesucht und damit eine identische Tasche genäht. Den Futterstoff habe ich ebenfalls mit Volumenvlies verstärkt und noch eine Innentasche aufgenäht.

5. Schritt.

5. Schritt.

Zu diesem Zeitpunkt ist dann aufgefallen, daß das Verhältnis von Breite zu Tiefe der Tasche nicht so ganz hinkommt. Sie war einfach viel zu lang: etwas wie ein Schlauch. Und ein sicherer Weg in dieser Tasche viele Dinge auf ewig zu verlieren. Zähneknirschend habe ich dann sowohl bei der Außen- wie auch bei der Futtertasche jeweils den Boden und damit 6cm an Länge abgeschnitten. Danach bei beiden Taschenteilen den Boden neu gemacht und auch noch ein Volumenvlies auf den grünen Stoff aufgebügelt. Das wäre wohl schon zu einem früheren Zeitpunkt besser gewesen. But better late than never… Dann die wurden die Außentasche und die Futtertasche mit der rechten Seite aufeinander zusammengesteckt. Dabei habe ich den nach innen gefalteten Gurt mit zwischen den Lagen fixiert und das ganze am oberen Rand zusammen genäht. Dabei immer eine nicht zu kleine Wendeöffnung lassen…

Durch diese Wendeöffnung die Tasche wenden, alles schön platt und glatt gebügelt und den offenen Teil mit der Hand mit Hexenstich geschlossen. Dann habe ich den oberen Rand ebenfalls noch mit ca 0,7 cm Abstand zum Rand abgesteppt. Voila, und so sieht es aus:

Fertig.

Fertig.

Fazit des Projektes: frau kann am Anfang nicht so sicher Planen, wie bei einem „neuen“ Projekt. Wie sich der Stoff verhält und ob die Stoffmenge ausreicht zeigt sich erst im Verlauf der Arbeit. Aber ich finde es total schön, die beiden Sachen weiterbenutzen zu können. Und es war auch total schön ein Projekt nur aus schon vorhandenen Materialien zu machen. Zwei große Stapel mit alten Pullovern, Hosen usw. liegen hier noch zur Verarbeitung. Mal sehen. Was das Tutorial angeht: da muß ich wohl noch an meiner Dokumentation der Schritte arbeiten…

Und dieses ist nun übrig geblieben:

Resteverwertung.

Resteverwertung.

Und da ich wirklich alles wiederverwerten will, nähe ich daraus noch ein kleines Körbchen. Die Kombination mit dem Wishing Tree Stoff von Valorie Wells gefällt mir gut und wird hier das Futter. Und viele gute Wünsche sind ja zum heutigen Tag auch genau richtig. Als allerletzen Gruß an alle LeserInnen hier meine diesjährige Weihnachtsdecke. Die habe ich am 24.12. um 15:30 fertig gestellt. Just in time. Die zweite Seite davon gibt es im Neuen Jahr. Alles Liebe an Euch alle und zum Abschluß kann ich mich nur Blanca von kleinekleinigkeiten anschließen: ich wünsche mir ein buntes 2015 ohne Pegida sondernd mit vielen verschiedenen Menschen, die alle Spaß an Vielfalt und Neugier auf das Leben haben. See you on the other side.

Weihnachten 2014.

Weihnachten 2014.

 

 

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