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Archive for the ‘Privat’ Category

Vor der Wahl

Mann ist das anstrengend. Dieses mal bin ich ziemlich intensiv in den Wahlkampf eingetaucht. Und das erste Mal auch öffentlich. An so einem Wahlkampfstand zu stehen ist ein bisschen wie ein Coming out. Ich steh hier für diese Partei und damit bin ich dann wirklich auch gleich für alles verantwortlich. Dabei habe ich gar keine Verantwortung, nur eine Meinung. Ich muß Rede und Antwort stehen und Antworten haben und vor allem zuhören können. Und ganz schnell ist nix mehr privat.

Aber es bewegt auch viel in mir. Ich führe die Gespräche ja. Und ich erinnere mich an viele Gesichter und viele Sätze und viele Möglichkeiten miteinander umzugehen. Ich habe nicht mehr so viel Angst mich sichtbar draußen hinzustellen mit sowas persöhnlichem, wie einer politischen Meinung. Ich muß aber noch an meiner Wut-wieder-loswerden-Strategie arbeiten. „Ihr solltet euch was schähmen!“ und dann schnell die Flucht ergreifen bei der Nachfrage „Warum?“ lässt mich eher ratlos zurück. Auch die Aussage, dass man in Bayern die Grünen ja nicht wählen könne, finde ich jetzt nicht ganz so einleuchtend.

Aber die 96jährige Dame die von ihrer Arbeit in der Gewerkschaftkantine in Bonn erzählte, das lange Gespräch mit einer Transsexuellen zu dem früheren Umgang der Grünen mit sexualisierter Gewalt, der Mann im Anzug, der mich am Stand angeschriehen hat und mir erzählen wollten, was ich als Frau auch wie sehen müsse und alle diejenigen, die sich die Zeit genommen haben, mir zu erklären, warum sie die Grünen nicht mehr wählen: ich werde mich an alle erinnern. Ich bin dankbar für viele dieser Gespräche und wütend über manche. Das waren aber nicht so sehr die Gespräche als mehr die Monologe ohne den Wunsch nach Austausch. Über die Gespräche denke ich immer noch nach, stelle für mich Positionen in Frage und werde mir auch sicherer in meinem Empfinden.

Morgen noch mal. Dann brauche ich eine Pause. Ich will nicht dauernd ganz so öffentlich sein. Wobei die Haupterkenntnis eine ganz altbekannte ist: wenn ich mich öffne, tut das meist auch die Person gegenüber. Oft mit ganz erstaunlichen Ergebnissen. Wenn die andere Person sich nicht öffnet, fühlt sich das sehr nackich an. Aber so what: mach dein Ding, steh dazu, heul nicht rum wenn andere lachen…

Aber erst mal will ich nun ein, nein zwei neue Shirts. Motto: I am on the side with love…

Steh dazu...

Steh dazu…

Und eins in grün mit Palmen auch in grün. Ist auch irgendwie so ein Statement-Ding mit 70er-Tapete-Einschlag. Vielleicht schon übermorgen fertig. Und bis dahin überlege ich noch mal ob ich meine letzten Nähergebnisse poste. Ich bin zwar sehr zufrieden damit, ich habe noch dem 7. Modell auch die Verarbeitung und Passform gut optimiert. Aber es sind halt Unterhosen, Schlüpper, Unnerbuxen. Das ist dann vieleicht auch etwas zu persöhnlich/nah dran.

Für diejenigen, die was gutes über den Wahlkampf lesen möchten kann ich nur das hier empfehlen:  Arbergen! 

Gut das wir sie haben, sie nervt und immer gewinnen die Falschen und nur Typen und alles geht viel zu langsam. Aber: das ist Demokratie, langweilig wird sie nie. Bitte geht eine demokratische Partei wählen. Please.

 

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Irgendwie habe ich das Gefühl, das ich immer noch auf den Sommer warte. Dabei musste ich heute früh zum Zähneputzen schon das Licht anschalten. Das ist ein Zeichen, dass es mit dem Sommer zuende geht. Also habe ich ihn wohl verpasst oder die paar Stunden übersehen.

Das war vorgestern und gestern war dann Sommer: Sonne, leichter Wind und T-Shirt-Wetter beim CSD in Bremen. Es war perfekt! Zu warm für mein neues Shirt, aber das war egal.

CSD in Bremen

CSD in Bremen

Das Outfit ist ja genau für diesen Tag gemacht worden. Und es war wunderbar wirklich tausende von Leuten in Regenbogen-Farben zu sehen, die sich einfach freuten gemeinsam auf die Strasse zu gehen. Das letzte Mal ist zu lange her. Aber ich hoffe mal, dass der Erfolg gestern eine weitere Demo im nächsten Jahr wahrscheinlich macht. Denn es war eine Demo. Für Diversität. Für Gemeinsamkeit. Und für mich das wichtigste: sichtbar zu sein und dabei. Mein Lieblingsspruch von der Demo:

CSDstattAFD

CSDstattAFD

Ist vielleicht nicht wahnsinnig originell, aber einprägsam. In diesem Sinne jetzt nix zu meiner Stoffstatistik (uiuiuiii), meinen neuen Projekten, dem 3. Aufschlag für einen Lace-Schal oder eine Hohelied auf die Overlockmaschine. Auf die Straße…

On my way to

On my way to

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Also doch noch rechtzeitig fertig geworden. Am Sonntag, 20:45 Uhr wurde das Faschingskostüm für das Kind anziebar. Just in time production. Kurz vor Ende stellte sich noch raus, dass das Oberteil leider zu eng geworden war. Also noch mal Rettungskonstuktion überlegen, antiken und empfindlichen Tüll wieder auftrennen und Seitendreiecke einbauen. Hat aber noch geklappt.

Dschinn.

Dschinn.

Das Kind wollte ein Dschinn-Kostüm haben. Und da sind mir dann meine nicht unerheblichen Vorräte an Saris eingefallen. Eine Pumphose und ein Oberteil sollten es werden. Ich habe da ganz klare Vorgaben aufgezeichnet bekommen. Es ist zwar etwas anders geworden, hat aber trotzdem gefallen.

Konstruktionszeichnung.

Konstruktionszeichnung.

Da der Sari aus rosa Tüll mit Zardosi-Stickereien in türkis und Gold sowie Goldpailletten sehr durchsichtig ist, war mir klar, dass ich alle Kleidungsstücke füttern muss. Zumal der Fasching ja im Februar stattfindet und nix doofer ist, als über sein Kostüm immer eine Jacke ziehen zu müssen. Für die Hose habe ich aus einem rosa-rot gewebtem Sari nach einem Schnitt aus der Ottobre eine normale, gerade geschnittene Hose ohne Bündchen oben genäht. Dann habe ich anhand des Schnittes einen neuen Schnitt mit ca 10cm mehr Weite im Bein gezeichnet und diese Teile aus dem Sari-Tüll zugeschnitten. Diese beiden Hosen habe ich dann mit Bündchen in Rosa oben am Bund und unten am Beinabschluss zusammen genäht. Dabei müsste ich den Sari Stoff leider durchgängig mit französichen Nähten nähen, da der Stoff sonst schon beim Ankucken auffaserte und wegfusselt. Das Nähen über die Pailetten vor allem unten an den Beinen hat mich eine halbe Packung Nähmaschinennadeln gekostet. Aber die Hose sitzt super, ist wohl sehr bequem und gefällt mir auch richtig gut.

Das Oberteil wollte ich dann genauso machen: innenliegendes T-Shirt aus Jersey und darüber dann das Tülloberteil und beides mit Bündchen am Hals zusammengefasst. Leider ist das Tülloberteil durch die französichen Nähte dann viel zu eng geworden und ich musste es noch mal aufmachen. Aber das Trennen hat geklappt und alles zusammen war so bequem, das das Kostüm den ganzen Tag über getragen wurde. Ich bin ganz stolz. Und froh, dass aus dem Sari noch was neues geworden ist. Ich fand ihn immer schön, aber rosa ist einfach nicht meine Farbe. Und der Stoff ist super empfindlich. Das fiehl mir natürlich erst wieder ein, als das Kostüm schon fast fertig war… Handwäsche…. Selber schuld.

Ich mochte aber das Hellblau/Türkis mit dem rosa Bündchen für das Untern-drunter-T-Shirt dann doch erstaunlich gerne. Ich hätte geschworen, ich hasse rosa. Das ist so eine niedliche Farbe, so Prinzessinnenmäßg, lieb, harmlos, klischeebeladen und Mädchen. Aber warum geht es dann so für mich gar nicht, wo blau doch manchmal wieder geht (nach Jahren ohne Blau in meiner Kleidung)? Ist das wieder so ein Mädchen-ist-doof-Ding oder wirklich nur meine geradezu allergische Reaktion auf die ganzen rosa Klamotten für kleine und mittelgroße Mädchen die alles zu überwuchern scheinen? Selbsthass oder Potest gegen Geschlechter-Klischees? Ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall ist rosa für mich ein No-Go seitdem ich eine Tochter habe. Alles in Rosa, immer alles aufgeteilt in „Für Mädchen“ und „Für Jungen“. Nach neutral muß man ewig suchen, ob es nun Klamotten, Bücher, Brotdosen oder Rucksäcke sind. Ich hasse diese Festlegung auf „so-bist-du- und es wird dir schon gefallen-wenn du-ein-Mädchen-bist“. Die Farben sind nur das sichtbarste (ja, ja) Symbol für diese Einsortierung in A oder B. Und egal ob frau sich dem beugt oder sich dagegen entscheidet kommt immer wieder der Abgleich an der Norm. Wie cool: gar kein rosa oder wie nett und niedlich in Pink. Und muß Verweigerung von Rollenklischees dann als Konsequenz das Tragen von Schlamm als vorherschender Jungenfarbe für Mädchen sein? Anstatt zu sagen: meine Lieblingsfarbe ist lila mit grünen Streifen, läuft gleich der Film ab: lila? ist das nicht zu offensichtlich? und wieso 2 Farben bei einer Lieblingsfarbe? Ist bunt gut, oder ist es nicht bunt genug? Ist das gendermäßig irgendwie festgelegt?

Mal was anderes.

Mal was anderes.

Schwierig. Weil ich immer von Kinderklamotten auf meine eigenen Farbvorlieben komme und da die Symbolik für mich immer mit reinspielt. Natürlich auch auch Jonny Cash mit „Till things are brighter, I´m the man in black.“ Aber Schwarz reicht mir nicht. Daher habe ich mir für diesen 8. März eine pinke Mütze gestrickt. Jetzt trägt sie jemand anders. Abschließend nur noch ein Gedanke: ein Tag im Jahr alles in Pink reicht mir nicht. Jeden Tag 50%. Equal rights, equal pay, equal freedom. Und alle Farben sind ok. Sogar beige.

Internationaler Frauentag

Selbsterklärend.

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Oh, ja hallelujah. Ziemlich geschockt und reichlich unglücklich. Dabei ist es die Wahl der US-Amerikaner gewesen und nicht mal meine. Sonst wäre ich wahrscheinlich noch deprimierter. Ich habe schon etliche Stadien durch: Unglaube und Entsetzten (das sind nicht wirklich die Nachrichten…), Verzweiflung (the world is going to hell in a handbasket…), Wut (wenn ich den jetzt in meine Finger kriegen könnte, würde es sehr, sehr schmerzhaft für ihn werden…) und dann wieder alles von vorne. Wobei bittererweise die Gewaltfantasien am hartnäckigsten sind.

Ich wünschte den Slogan „I refuse to hate“ von einigen Demonstranten in den USA könnte ich so für mich annehmen. Aber ich bin voller Wut über einen lügenden Rassisten, der glaubt es ist das Recht jedes reichen, weißen Mannes jede Frau zu belästigen, die im gefällt. Die anderen sind ekelig und gehören „nur“ einfach beleidigt. Ein weinerlicher Schulhofschläger, der immer nur Sündenböcke sucht, jeden überbrüllt und lügt und dann jeden verklagen will, der ihn der Lüge bezichtigt. Und diese Wut behört auch genauso denen, die ihn gewählt haben.

Da bin ich ganz bei John Oliver oder bei Billy Bragg, der sich fragt warum jetzt noch den Feministinnen und Linken die Schuld am Wahlsieg gegeben wird:

„If you voted for Trump for no other reason than you genuinely despise the liberal elite, then at the very least you have discounted his racist language – „they’re rapists, drug-dealers“ – and misogynistic views – „I just grab ‚em by the pussy“.

You may not be a racist or sexist yourself, but you’re willing to empower someone who is in order to punish liberals.

So please don’t try to justify what you’ve done by blaming it on someone else. You’re the people who put great stock in masculine values, so stop trying to make excuses when you get called out on your decision. Man up and take responsibility for the Trump presidency.

Because the more you try to deflect blame onto the very people you seek to punish, the more it starts to sound like you’re ashamed of what you just did.“

Diese Wahl ist nur der letzte Tropfen in ein eh schon volles Faß: nach dem Brexit, Putin immer wieder, den widerwärtigen Pegida-Demos, den Angriffen auf Flüchtlinsheime auch in meiner Heimatstadt, den Bildern aus Syrien und Somalia und den eklelhaften, dummen und verabscheuenswürdigen Kommentaren einer Frau von Storch und wiederauferstanden „Lebensschützern“, die ich auf dem Abfallhaufen der Geschichte gesehen hatte. Ich bin so wütend, dass ich kurz vor Schaum vor dem Mund stehe und muß mich immer wieder beruhigen. These are not my values.

Auf jeden Fall steht für mich fest: auch wenn ich wohl mit mehr Slogan-T-Shirts rumlaufen muss: nicht resignieren, organisieren. Ich will nicht mehr die Klappe halten bei miesen Sprüchen mit fiesem Unterton nur aus falsch verstandener Höflichkeit. Und ich darf nicht mehr. Ich kann vielleicht nicht viel tun. Aber jeder soll wissen, dass ich nicht der Meinung bin das „man das ja schließlich noch wird sagen dürfen“.  Wir haben Meinungsfreiheit und das ist ein hohes Gut (siehe dazu die Situation in der Türkei). Aber wenn einer wie ein Rassist redet, dann darf und muß ich ihn Rassisten nennen. Und ein Lügner ist ein Lügner und braucht mir nicht mit Lügenpresse zu kommen.

Dazwischen versuche ich den Glauben an die Menschheit nicht zu verliehren und bemühe mich immer wieder, an die zu denken, die nun in den USA mit diese Verhältnissen leben müssen. Es sind immerhin über 50% der Wähler, die den Wicht nicht gewählt haben. Ich drücke euch die Daumen in Maine und auch in Kanada. Und mir persöhnlich hilft wie immer Billy Bragg: I keep faith.

Und dann werde ich  Leonard Cohen vermissen. Ich habe jetzt nur noch eine neue Platte von ihm, auf die ich mich freuen kann. Aber ich liebe die Worte mit seiner Stimme:

Going home

without my burden

Going home

Behind the curtain

Going home

without the costume that I wore.

Spontanvegetation.

Das nächste Mal dann wieder „in costume“.

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Jubiläum. Tatsächlich Nr. 100. Mal sehen, ob dieser Post besser, länger, diverser, mit mehr links, mehr Musik und irgendwie doller wird… Auf jeden Fall wollte ich dieses mal nicht so lange warten, bis ich mich wieder zum Schreiben aufraffe. Und dan ist es schon wieder einen Monat später… Eigentlich sind auch eher die Fotos der limitierende Faktor. Deshalb fange ich einfach mal an mit den Dingen, wo schon Fotos vorhanden sind: ich bin bei den Jersey-Oberteilen vom Virus befallen. Seitdem ich durch simples verstellen des Nähfüßchendrucks endlich keine welligen Nähte im Jersey habe, kann ich gar nicht mehr aufhören.

Ich habe mir den Schnitt von einem gekauften Shirt abgenommen und das ganze dann noch mit ziemlicher Nahtzugabe zugeschnitten. Auf jeden Fall zeigte sich da ein grundsätzliches Problem von Jersey/stretchigen Stoffen allgemein: jeder stretcht sich irgendwie anders. Hier musste ich dann an den Wiener Nähten einiges zugeben und unter dem Arm wieder einiges wegnehmen.

Änderung Brust und Armausschnitt.

Änderung Brust und Armausschnitt.

Ich habe ziemlich viel probiert und die Linie von Vorderteil und Seitenteil immer wieder angepasst. Eigentlich war ich dann mit dem Ergebnis ganz zufrieden: keine Beulen mehr unter dem Ärmel und genug Platz vorne am Busen und hinten am Rundrücken. Aber das Foto spricht da eine andere Sprache. Die Falten im vorderen Seitenteil deuten ganz eindeutig darauf hin, dass die Rundung immer noch falsch ist und ich für die Brust mehr Stoff gebraucht hätte. Die Ärmel sind auch zu eng, bzw. das Shirt hat mehr Weite als die Ärmel und wirkt daher etwas unausgewogen. Davon abgesehen gibt es auch Plus-Punkte: ich habe eine Menge beim nähen gelernt (neue Flüche z.B.), die beiden Stoffe gefallen mir gut zusammen, die Nähte sind nicht wellig, die Einfassung des Halsauschnitts ist mir gut gelungen und das Teil ist trotz der wenig überzeugenden Passform sehr bequem. Eine weitere Erkenntnis: wenn die Schneiderpuppe eine Nummer kleiner/dünner als frau selbst ist, nützt es nix, wenn daran die Passform ausprobiert wird…

Grüne Blumen - fertig.

Grüne Blumen – fertig.

Der nächste Versuch war dann in blau. Habe ich füher viel getragen und dann nach einer Farb-Typ-Beratung jahrelang gar nicht mehr. Den Ärmelstoff mit den dunkelblauen Kringeln auf hellblauem Grund fand ich aber dann so schön, daß ich einfach angefangen habe. Dieses ist ein Raglanmodell aus der Ottobre 5/2013. Nähte sich schnell und einfach und ich musste nicht viel anpassen. Ich habe die Ärmel im Oberarmbereich etwas weiter gemacht und das Shirt insgesamt etwas länger als im Schnitt angegeben. Der Jersey ist eine dickere und festere Qualität als bei dem grünen Modell. Das Shirt ist superbequem und ich fühle mich darin sehr „angezogen“, obwohl es auch eher körperbetont sitzt.

Raglan in blau.

Raglan in blau.

Im Foto sieht man wieder die Passprobleme im Brustbereich. Da muss ich beim nächsten Modell noch mal eine Verbesserung finden. Die Details sind wahrscheinlich unangezogen besser zu sehen. Pluspunkte sind hier: Kragen perfekt von der Weite und der Verarbeitung, schöne Kombi der 2 Stoffe, extrabequem und geeignet für drunter und alleine tragen.

Raglan ohne Passprobleme.

Raglan ohne Passprobleme.

Dieses dritte Shirt ist jetzt nicht körperbetont und aus Romanit-Jersey. Diese Art Stoff habe ich das erste Mal vernäht und bin von den Eigenschaften sehr angetan. Die Passform ist super, denn das Modell ist im Nähkurs unter Anleitung angepasst und fertig gestellt worden. Der Schnitt ist aus der Fashion Style 9/2015 Modell 24 und es wurde einiges verändert: Seiten-und Vorderteile wurden zu einem Schnittteil zusammengelegt, der Saum ist vorne und hinten etwas länger und an den Seiten kürzer (im Original war es vorne kürzer und hinten länger), ein Beleg wurde benutzt und keine Einfassung des Halsausschnittes wie im Heft und außerdem sind die Ärmel etwas länger als im Schnitt. Im Foto habe ich sie hochgeschoben, sie reichen aber bis über die Handgelenke. Pluspunkte hier: passt alles, perfekte Länge für mich und es fühlt sich so an, als hätte ich es schon ewig. Allerdings ist vom Original-Schnitt wirklich nicht mehr viel übrig geblieben.

Schwarz-Weiss und passend.

Schwarz-Weiss und passend.

Den schwarz-weißen Stoff finde ich jetzt allerdings etwas langweilig. Auf dem Ballen hat er mich von der Optik mehr überzeugt, vielleicht würde er bei einem Kleid noch besser zur Geltung kommen. Da ich aber kaum Kleider trage, da die auf einem Herrenrad leicht zu Problemen führen, ist die Überlegung nur theoretisch. Praktisch würde das Teil dann wohl nur im Schrank wirken und das wäre zu schade. Sehr bequem und ein echtes Basis-Stück. Werde ich bestimmt noch mal nähen. Dann wieder in bunt.

Farben sind bei meinen nächsten Modellen dann wieder mehr dabei. Hieraus soll ein längerer A-Linien-Rock entstehen.

Colour baby!

Colour baby!

Und hieraus ein Schal für die Tochter. Sie mag Farben und hier ist der ganze Regenbogen drin. Auch mein Wunsch nach Regenbogen ist zur Zeit groß. Leider habe ich nur ein Knäuel.

Even more colour.

Even more colour.

Sorry, keine Musik, wenig links und nur Bilder. Das kommt dann in dennächsten 100 posts…

 

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Endlich wieder ein paar Ergebnisse. Die Teile sind zum Teil schon länger fertig, aber die fotgrafische Dokumentation war diese mal der schwierige Teil. Das Wetter ist meist zu grau und ungemütlich und abends werden die Fotos immer nur düster. Aber jetzt pünklich zum Mai-Beginn ist das Wetter ja endlich der Jahreszeit entprechend. Der April war hier kälter als der Dezember (gefühlt) und zwischen den wenigen sonnigen Abschnitten immer wieder Schneeregen.

Hier aber jetzt mit Sonne: meine Tasche aus alten Leinenstoffen und einer alten Wäscheborte für meine Mutter.

Neue, alte Tasche.

Neue, alte Tasche.

Ich mag die Stoffe zusammen, obwohl der Kontrast relativ gering ist. Da es sich um Leinenstoffe handelt ist die Tasche in sich etwas steifer als aus Baumwollstoffen. Aber es geht noch und wird mit der Einlage nicht zum Brett. Die Wäscheborte mit den Initialen finde ich sehr schön dazu. Der Schnitt ist wieder der viel genutzte von das-mach-ich-nachts.

Dann habe ich auch noch zwei Oberteile fertig bekommen. Aber nur von einem gibt es Fotos:

Jacke in Grün.

Jacke in Grün.

Die Stoffe habe ich mir von einem Stoffgutschein von tatams gekauft, den ich zu meinem Geburtag geschenkt bekommen hatte. Es sind Biobaumwollstoffe und ich wäre fast zu knickerig dafür gewesen. Aber irdenwie fand ich das grün so schön. Der Sternestoff ist dicker und weniger stretchig als der unifarbene. Aber sie vertragen sich ganz gut beim vernähen. Ich hatte genau solch einen Schnitt mit vorderen Teilungsnähten für diese Stoffe im Kopf und bin wieder bei einer Ottobre fündig geworden. Es ist der Sweatshirt-Schnitt “ Evening Walk“ aus der Ottobre 5/2014. Allerdings habe ich ihn mit Kaputze genäht und nicht mit Stehkragen. Ausserdem habe ich noch alles mit Belegen versehen, weil ich diese offenen Reißverschlüsse innen nicht schön finde. Und habe das erste mal meinen Deko-Coverlock-Fake-Stich meiner Nähmaschiene benutzt (ich habe sie ja auch erst seit über 30 Jahren…). Die Nähte haben sich beim nähen glücklicherweise auch nur leicht gedehnt. Das wurde aber mit insensivem Dampfbügeln doch wieder ziemlich glatt. Insgesamt mußte ich den Schnitt im Brustbereich doch ziemlich anpassen. Das ist nicht 100%ig gelungen wie man an den Falten im Detailfoto sieht. Da hatte ich einfach nicht mehr genug Stoff für ein optimales Ergebnis.

Zierdetails.

Zierdetails.

Mein Fazit:

-der Schnitt ist nicht schlecht, aber für mich sind die Ärmel mit einer Naht oben nichts. Das würde ich das nächste mal anders machen.

-die zusätzliche 10kg, die in den letzten 2-3 Jahren dazugekommen sind, machen die Anpassung der Schnitte an mich deutlich schwieriger, als die 10kg davor. Ich muß mich da noch gewöhnen und das Anpassen an den Busen lernen.

-die Anpassungen sind zwar noch nicht optimal, aber ich habe mich schon sehr viel mehr an Veränderungen getraut als früher. Bei crafteln gibt es eine tolle Reihe mit Schnittanpassungen! Das hat mir sehr geholfen.

-ich bin ganz stolz über die schöne Kaputze auch wenn die total unpraktisch ist, wenn frau den Pullover unter einer Jacke trägt…

-ich trage den Pullover viel, denn er ist super-bequem.

-insgesamt ein Erfolg.

Musterschal in rot.

Musterschal in rot.

Ansonsten stricke ich wie besessen an meine Muster-Dreieckstuch. Da sind zwar etliche Fehler drin, da es aber riesig werden wird und mit Nadel 3,5 gestrickt wird, fallen die dann bei der Größe gar nicht auf. Ich habe 3 Knäule von der Wolle, aber nach 2 Knäulen wird das ganze bestimmt schon groß genug sein. Dann habe ich wahrscheinlich auch keine Lust mehr auf  das ewige 4-Maschen-1-zusammenstricken-1-Umschlag….

Und zum Abschluß noch mal eine andere Farbe:

Baum in rosa.

Baum in rosa.

 

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Das erste Foto des Jahres, beim Neujahrsspaziergang an der Weser gemacht. Mit meiner neuen Kamera. Ich übe noch ein bischen.

Neujahr 2016.

Neujahr 2016.

Keine Vorsätze. Keine Rückblicke. Das hatte ich mir vorgenommen. Und im Großen und Ganzen will ich mich auch dran halten. Trotzdem ist es sehr schwer, nicht zu überlegen wie das letzte Jahr war (gut, anstrengend, mit vielem Neuen und mit mehr Selbstvertrauen) und wie ich mir das nächste Jahr wünsche (Arbeit an der Verbesserung meiner sozialen Fähigkeiten und noch ganz viel beim Kleidung-nähen dazulernen). So schwammige Ideen sind ok, aber ich will keine Liste und keinen festen Plan.

Ich habe aber tatsächlich zum Jahresende so einen Drang bekommen Projekte noch abzuschließen. Also sind meine ersten selbst gestrickten Handschuhe fertig. Ich habe mich nur so halb an die Anleitung gehalten und so sind sie etwas groß mit Riesendaumen geworden. Aber besser zu groß als zu klein. Sie sehen echt selbstgemacht aus, aber ich bin doch irgendwie stolz. Es sind zwei! Bei meinem ersten Paar Socken bin ich immer noch bei 1 und einhalb. Und auch wenn die Wolle nicht so super warm ist und wahrscheinlich nicht robust genug für Handschuhe, ziehe ich sie an. Heir liegen sie auf den Stoffen für meine nächsten Projekte: ein Sommerkleid links und ein weites Jersey-Oberteil rechts.

Handschuhe und Sommerstoffe.

Handschuhe und Sommerstoffe.

Ausserdem ist mein Mantel fertig:

Mantel das erste mal in freier Wildbahn.

Mantel das erste mal in freier Wildbahn.

Ich bin ganz zufrieden, obwohl man das etwas kurze Futter (Falten rechts unten über dem Saum) immer noch sieht. Ich habe die Stelle bestimmt 3 mal aufgemacht und alles 4 mal neu mit der Hand genäht. Dann hatte ich keine Lust mehr. Das bleibt jetzt so. Hier noch ein paar Details zum Kragen mit zwischengefasster Webkante und aufgesetzten Fake-Taschen bzw. Taschenklappen. Im Futter ist auch eine Tasche, die reicht gut für die Schlüssel. Ohne den Wochenendnähkurs hätte ich das Teil so nicht hinbekommen. Ich bin alleine viel zu zögerlich beim Anpassen von Schnitten. Ich will bei meinem nächsten Projekt auf jeden Fall wieder darauf achten, den Schnitt vorher und während der Arbeit für mich anzupassen.

Kragendetail.

Kragendetail.

Frontansicht.

Frontansicht.

Nach diesem Post habe ich viel darüber nachgedacht, warum ich angefangen habe Sachen für mich selbst zu nähen. Und dann warum ich sie heute noch/wieder für mich selbst nähe. Angefangen habe ich, weil ich mir bestimmte Sachen nicht leisten konnte. Selbstgenäht ging es dann. Zum Teil auch der Wunsch nach Kleidung, die mir mehr entsprach als die zu kaufenden gerade modernen Teile. Ich habe früher Knöpfe regelrecht gehaßt und wollte Jacken und Kleider und Blusen mit Reißverschlüssen. Ausserdem schlichter, ohne Gedöns und Schleifchen und aus ungewöhnlichen Stoffen. Dass eine geküpfter Kissenbezug für einen Sweatshirt-Schnitt zwar innovativ aber nicht praktisch ist, habe ich dabei unter anderm gelernt.

Mittlerweile merke ich, dass ich mit einigen von mir genähten Teilen unzufriednen bin und bei anderen gleich ein genau-richtig-Gefühl habe und sie viel trage. Das hängt nicht mit der Qualität der Arbeit zusammen sondern eher mit dem Eindruck ob mir etwas steht oder nicht. Oder eben auch gut passt. Oft nähe ich wirklich nach den Schnitten aus den Heften mit dem Ziel: das Foto finde ich schön, so würde ich auch gerne aussehen. Das klappt nicht immer bzw. eher selten. Weil ich wie ich aussehe und nicht wie ein geshopptes Bild in einer Zeitschrift. Manchmal habe ich auch einen Stoff und will daraus ein bestimmtes Kleidungsstück für mich machen und suche dann einen passenden Schnitt dafür. Das klappt häufiger, aber auch nicht 100%ig.

Ich will es jetzt mal vermehrt mit dem Konzept versuchen: Was steht mir gut, worin fühle ich mich wohl und wie muß ich den Schnitt auswählen bzw. verändern, damit ich genau diese Idee von einem Kleidungsstück hinbekomme. Das wird garantiert aufwendiger, aber vermutlich ist die Ausbeute an gelungenen Lieblingsstücken größer.

Schon fast ein Vorsatz, aber vielleicht auch eher eine Veränderung der Perspektive auf das Nähen.

Eine Veränderung der Perspektive war auch David Bowie für mich. Längst bin ich nicht mehr so ein Fan wie in meinen letzten Schuljahren. Ich habe in den letzten Jahren nicht mehr alle Platten gekauft und die, die ich habe nicht mehr jeden Tage gehört, nicht mal mehr jede Woche. Und so hat es mich überrascht, wie mich die Nachricht von seinem Tod berührt hat. Weil die Musik so unentwirrbar mit meiner Jugend zusammenhängt. Und damit kamen dann doch viele private Rückblicke. Viele Zeilen sind mir wieder eingefallen, besonder präsent sind diese:

All the somebody people. I never thought I would need so many people.

Zum Abschluß also wirklich alte Dinge: mein letzter Schultag. Übrigens mit einem selbst zusammengekotetem Tuch und einer selbstgenähten Hose meiner Mutter. Das Bowie-Overall nach seinem Outfit aus dem Ziggy Stardust Film war das erste Kleidungsstück, das ich selbst genäht habe. Davon gibt es glücklicherweise keine Fotos…

1987

1987

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