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Archive for the ‘Privat’ Category

Also doch wieder viele neue Stoffe. Und es war nicht nur der Stoffmarkt in Amsterdam, sondern auch schon vorher. Aber dafür sind es auch richtig schöne Ideen, unendliche Inspirationen und wieder neue Stoff im Vorrat. Sind ja auch ein paar Sachen fertig geworden oder kuz vor der Fertigstellung. Ja, ja Relativierungen… Aber die Auswahl war wirklich zu groß.

Ich habe vor Ostern ein paar Tage in Amsterdam verbracht. Da war es noch richtig kalt. Richtig, richtig kalt. Aber dieses Mal habe ich es so eingerichtet, dass wir auch zum Stoffmarkt am Westerstraat Markt da waren.

Auswahl.

Auswahl.

Ich habe Stoffe für ein Hemdblusenkleid für mich (blau mit bunten Punkten), einen Pullover für meine Tochter (lindgrün mit goldenen! Rehen) und für ein extravagantes Outfit (grüne Kugeln auf silbern/goldenem Hintergrund…) gekauft. Einmalige Gelegenheit. Die Auswahl war wirklich gut und mir hat vor allem die Bandbreite von Stoffarten gefallen. Von Gardinenstoffen, Polsterstoffen, Baumwolldrucken hin zu fast allen anderen denkbaren Qualitäten. Die Preise waren auch eher günstig bis megagünstig. Die Qualität meiner Einkäufe scheint aber nach dem ersten Wasch-Test trotz günstiger Preise gut zu sein. Ganz besonders hochwertige und auch hochpreisige Stoffe sind hier allerding eher nicht zu finden. Da wären die Stoffläden am Alber-Cuyp-Markt wahrscheinlich geeigneter.

Aber es gab auch Stoffe im Museum. Im Tropenmuseum war gerade eine Ausstellung zu Afrikanischem Modedesign: Fashion Cities Africa und dort waren in einem Raum auch Stoffe von Vlisco ausgestellt. Und auch das Musterbuch von Vlisco, dass ich mir leider nicht leisten konnte. Ich konnte mich nicht für einen Favoriten entscheiden.

Noch mehr Auswahl.

Noch mehr Auswahl.

Die Ausstellung und das Museum sind super. Sehr informativ und beides hat mich beeindruckt. Die Fotos von den Modellen geben nicht die im Ansatz die tollen Details und die rafinierte Verarbeitung wieder. Trotzdem hier eines meiner Lieblingsmodelle.

Afrikanisches Modedesign.

Afrikanisches Modedesign.

Aber da dies ja ein Näh-Blog ist, werde ich jetzt nicht von den netten Cafés berichten, von den vielen weitern Museen, die wir gesehne haben und und und. Sondern von einr ganz kleinen Nähstube, die wir in der Nähe der Westerstaat zufällig gefunden haben. Dort ist nähmlich das Mouse Mansion Studio zu finden. Das hatte zwar geschlossen, aber mit den Flyern dort an der Tür haben wir dann das originale Mouse Mansion in der Stadtbibliothek gefunden. Unsere Unterkunft lag nähmlich ganz in der Nähe der Bibliothek. Über 2 Meter hoch und über hundert Räume waren da zu finden. Hier nur die Schneiderei. Sehr gut hat mir auch das Musikliebhaber-Zimmer mit Schallplatten und Bowie-Poster an der Wand gefallen…

Schneiderei in klein.

Schneiderei in klein.

Wir sind schon dabei, uns hier zuhause auch ein kleines Maus-Haus zu bauen. Bisher gibt es schon 2 Räume und am Wochenende wird hoffentlich der dritte Raum tapeziert. Und noch ein Paar Bücher gebastelt. Die Regale sind noch zu leer.

Natürlich war ich in Amsterdam noch in anderen Stoffläden (Frottee für den neuen Bademantel für die Tochter, Blumencanvas nach alten Meistern für eine Tasche und Tweed und Zottelfell für einen Hippy-Mantel…) aber da war ich viel zu beschäftigt, um Fotos zu machen. Daher hier ein weiter Maus-Laden…

Stoffladen in klein.

Stoffladen in klein.

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Bekennerinenschreiben

Tja, führt ja kein Weg dran vorbei. Es muß ja wohl gesagt werden. Auch Nachrechnen hat nix am Ergebnis geändert.

Ich habe versagt, bin gescheitert und habe mich nicht an die Abmachung gehalten. Stoffdiät war ja wohl nix, gar nix für 2017.

Hier die nackten Zahlen:

  • ich habe insgesamt 117m Stoff gekauft
  • gekostet hat das ganze € 1270,32
  • vernäht habe ich dieses Jahr 62,75m
  • davon sind 20,7m aus dem Vorrat gekommen (33% der vernähten Stoffe lagen hier also schon länger als ein Jahr)
  • 46,37% der Einkäufe dieses Jahres sind nun im Vorrat und haben ihn damit um 54,25m vergrößert

Und hier die verschiedenen Formen der Erkenntnis:

  • sobald ich ein Ultimatum habe, sträubt sich alles in mir sofort dagegen
  • egal ob Schokolade, Stoffe, Tassen oder Wolle: sobald es heißt: gibt es ab jetzt nicht mehr/nur noch reduziert, muss ich gleich los was kaufen oder essen
  • wenn das so weitergeht brauche ich nur noch ca 5 Jahre, bis ich meine Nähmaschine unter den Stoffen nicht mehr finde
  • ich habe wohl ein klein wenig den Überblick verloren
  • irgendwie muß es besser werden in 2018
  • also nachhaltiger, mit keinem weiteren massivem Eintrag von Stoffen – unökologisch! bzw. so funktioniert kein Ökosystem…
  • vielleicht klappt es ja mit all den guten Vorsätzen für 2018…
  • immerhin haben wir heute schon den 11.01.2018 und ich habe noch keinen Stoff gekauft
  • meine Erkenntnis, daß kein Weg um den Stoff-Berg-Abbau herum führt ist schon da, ich muß aber noch was motivierendes in Gefahrensituationen finden (jeder Stoffladen, das Reizwort -Sonderangebote- und der Anblick von Tieren auf Stoffen, oder Streifen, oder Punkten…), vielleicht Disziplin?
  • pffffffff…
  • ich versuche es mal mit Bestechung: für jeden Monat, in dem ich keine Stoffe und keine Wolle kaufe, darf ich mir ein neues Buch kaufen. Auch Hardcover oder direkt in Schottland bestellt
  • oder für ein halbes Jahr ein paar neue Tanzschuhe? Unendliche Möglichkeiten…
  • ich will noch so viel nähen und habe hier noch so viele Stoffe auf dem „nächstes Projekt“-Haufen, dass es mindestens bis 2021 reicht
  • außerdem: auch Meter sind nur Zahlen. Und wie sagt der Barde so schön: Not everything that counts can be counted.
  • Hier also das Motto für 2018: Tomorrows gonna be a better day.

    A Lining. Perhaps silver.

    A Lining. Perhaps silver.

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Ich war ja sehr wenig fleissig hier im Blog in den letzten Wochen. Aber ich hatte viel zu tun und noch dazu das Gefühl super viel zu tun zu haben. Keine Zeit für alles was nicht Organisation, Arbeit, Haushalt, Kinderorganisation, Arbeit, Putzen oder gegen das Chaos-an-arbeiten ist. Dabei habe ich vor Weihnachten keinen einzigen Keks gebacken und auch bei weitem nicht so viele Geschenke selbst gemacht, wie in den Jahren zuvor. Vielleicht das Alter? Denn soviel Stress war eigentlich gar nicht wie sonst.

Denn das Kokketiern mit der 50 ist nun keine Beinahe mehr. Ein bischen hat mich das Halbe Jahrhundert ja schon beeindruckt. Auch wenn ich das ungerne zugebe. Aber 50 ist schon eben eine sehr runde Zahl. Mit 30 war ich wirr und im Studium und habe mich nach dem Geburtstag viel freier als vorher gefühlt. Bei meinem 40esten Geburtstag war meine Tochter gerade ein halbes Jahr alt und da hatte ich wirklich anderes zu tun, als mir um Zahlen Gedanken zu machen. Jetzt war mehr Zeit zum Nachdenken und da ich auch schon zu einigen 50. Geburstagsfeiern eingeladen war, habe ich mich sehr schwer damit getan, mir klar zu werden was ich von dem Tag eigentlich erwarte.

Feiern oder weg? Hat beides was für sich. Aber feiern kurz vor Weihnachten, wenn keiner Zeit und Lust auf noch einen Termin hat? Grillparty im Garten geht da einfach nicht. Und dann habe ich mich für weg entschieden. Und nach vielen Überlegungen dann dafür, etwas zu tun, was ich noch nie gemacht habe. Beziehungsweise dorthin zu fliegen, wo ich noch nie war. Meine Traumziele Vancouver oder Hawaii müssen noch warten, bis ich reich werde/diese Oberdepp nicht mehr der Chef der US of A ist.

Aber so bin ich mit meinem Mann und meiner Tochter für 3 Tage nach Riga geflogen (da war ich noch nie und fliegen tue ich auch nicht oft) und habe mir mit ihnen die Stadt im Nebel angesehen. Schnee war leider nicht.

Riga bei Tag.

Riga bei Tag.

Es war wunderschön. Das Hotel lag mitten in der Altstadt und alles war zu Fuß zu erreichen. Dort gab es ein echtes James-Bond-Entree mit Marmorbrücke über Goldfischen zum Fahrstuhl. Bei Mr Bond wären es vermutlich Haie und Papgeien gewesen und hier „nur“ Goldfische und Wellensittich aber ich fand es sehr beeindruckend.

Ausserdem lagen zwei Wollgeschäfte einmal 80m und einmal 140m entfernt. Und der Schokoladen-Laden von Laima (tradionelle lettische Schokoladenmarke) war auch gleich um die Ecke. Die Stadt hat mich beeindruckt und mit ihrem Charme für sich eingenommen. Und die RigaerInnen auch.

Riga at night.

Riga at night.

Und die Wolle. Und der Kaffee.

50 und 2 Tage.

50 und 2 Tage.

Aber vor allem die Wolle und die wunderschönen gestrickten Handschuhe. Ich bin vor lauter kucken gar nicht dazu gekommen, einmal eine Wand mit den verschiedenen Modellen zu fotografieren. Aber besonders beeindruckt war ich von der Auswahl bei Tines und Sena Klets . Ich habe mir natürlich ein paar Handschuhe gekauft und dann natürlich ein dickes Buch mit Fotos und Strickanleitungen. Und Wolle. Viel Wolle. In grau/gelb und rosa und lila und rot und rosagraulila und bunt. Und Schals. In türkis/weiß und rot und lila/grün und in grau/glitzer mit Schneeglöckchenmuster. Das ist so wunderschön und ich brauche bestimmt noch Jahre, um soetwas selber stricken zu können.

Außerdem noch Pfefferkuchen. Sehr lecker. Aber wir waren auch in der Nationaloper und haben uns The Sound of Music auf lettisch angesehen und im Lettischen Nationalen Kunstmuseum um dort die Bilder anzusehen. Dabei waren schon das Gebäude und die Wände beeindruckend.

Lettisches Nationales Kunstmuseum.

Lettisches Nationales Kunstmuseum mit Touristen.

Ich hoffe ich komme dort noch einmal hin. Villeicht im Sommer. Dann muß es da wunderschön grün sein mit den vielen Parks und Grünanlagen in der Stadt. Und dann habe ich auch mehr Platz für Wolle. Diese konnte ich leider nicht mehr mitnehmen…

Wolle. Überall Wolle.

Wolle. Überall Wolle.

Daher jetzt gar kein Rückblick auf 2017 und auch kein Ausblick auf 2018. Da wird es um die Reduktion des Stoffvorates gehen. Ein bischen ist da schon passiert. Damit hier zumindest der Beginn von 2018. Tiere und mein Lieblingsmodell von 2017: Ottobre Raglan Shirt. Hier mit FBA.

Einhörner. Es ist so 2017.

Einhörner. Es ist so 2017.

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Vor der Wahl

Mann ist das anstrengend. Dieses mal bin ich ziemlich intensiv in den Wahlkampf eingetaucht. Und das erste Mal auch öffentlich. An so einem Wahlkampfstand zu stehen ist ein bisschen wie ein Coming out. Ich steh hier für diese Partei und damit bin ich dann wirklich auch gleich für alles verantwortlich. Dabei habe ich gar keine Verantwortung, nur eine Meinung. Ich muß Rede und Antwort stehen und Antworten haben und vor allem zuhören können. Und ganz schnell ist nix mehr privat.

Aber es bewegt auch viel in mir. Ich führe die Gespräche ja. Und ich erinnere mich an viele Gesichter und viele Sätze und viele Möglichkeiten miteinander umzugehen. Ich habe nicht mehr so viel Angst mich sichtbar draußen hinzustellen mit sowas persöhnlichem, wie einer politischen Meinung. Ich muß aber noch an meiner Wut-wieder-loswerden-Strategie arbeiten. „Ihr solltet euch was schähmen!“ und dann schnell die Flucht ergreifen bei der Nachfrage „Warum?“ lässt mich eher ratlos zurück. Auch die Aussage, dass man in Bayern die Grünen ja nicht wählen könne, finde ich jetzt nicht ganz so einleuchtend.

Aber die 96jährige Dame die von ihrer Arbeit in der Gewerkschaftkantine in Bonn erzählte, das lange Gespräch mit einer Transsexuellen zu dem früheren Umgang der Grünen mit sexualisierter Gewalt, der Mann im Anzug, der mich am Stand angeschriehen hat und mir erzählen wollten, was ich als Frau auch wie sehen müsse und alle diejenigen, die sich die Zeit genommen haben, mir zu erklären, warum sie die Grünen nicht mehr wählen: ich werde mich an alle erinnern. Ich bin dankbar für viele dieser Gespräche und wütend über manche. Das waren aber nicht so sehr die Gespräche als mehr die Monologe ohne den Wunsch nach Austausch. Über die Gespräche denke ich immer noch nach, stelle für mich Positionen in Frage und werde mir auch sicherer in meinem Empfinden.

Morgen noch mal. Dann brauche ich eine Pause. Ich will nicht dauernd ganz so öffentlich sein. Wobei die Haupterkenntnis eine ganz altbekannte ist: wenn ich mich öffne, tut das meist auch die Person gegenüber. Oft mit ganz erstaunlichen Ergebnissen. Wenn die andere Person sich nicht öffnet, fühlt sich das sehr nackich an. Aber so what: mach dein Ding, steh dazu, heul nicht rum wenn andere lachen…

Aber erst mal will ich nun ein, nein zwei neue Shirts. Motto: I am on the side with love…

Steh dazu...

Steh dazu…

Und eins in grün mit Palmen auch in grün. Ist auch irgendwie so ein Statement-Ding mit 70er-Tapete-Einschlag. Vielleicht schon übermorgen fertig. Und bis dahin überlege ich noch mal ob ich meine letzten Nähergebnisse poste. Ich bin zwar sehr zufrieden damit, ich habe noch dem 7. Modell auch die Verarbeitung und Passform gut optimiert. Aber es sind halt Unterhosen, Schlüpper, Unnerbuxen. Das ist dann vieleicht auch etwas zu persöhnlich/nah dran.

Für diejenigen, die was gutes über den Wahlkampf lesen möchten kann ich nur das hier empfehlen:  Arbergen! 

Gut das wir sie haben, sie nervt und immer gewinnen die Falschen und nur Typen und alles geht viel zu langsam. Aber: das ist Demokratie, langweilig wird sie nie. Bitte geht eine demokratische Partei wählen. Please.

 

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Irgendwie habe ich das Gefühl, das ich immer noch auf den Sommer warte. Dabei musste ich heute früh zum Zähneputzen schon das Licht anschalten. Das ist ein Zeichen, dass es mit dem Sommer zuende geht. Also habe ich ihn wohl verpasst oder die paar Stunden übersehen.

Das war vorgestern und gestern war dann Sommer: Sonne, leichter Wind und T-Shirt-Wetter beim CSD in Bremen. Es war perfekt! Zu warm für mein neues Shirt, aber das war egal.

CSD in Bremen

CSD in Bremen

Das Outfit ist ja genau für diesen Tag gemacht worden. Und es war wunderbar wirklich tausende von Leuten in Regenbogen-Farben zu sehen, die sich einfach freuten gemeinsam auf die Strasse zu gehen. Das letzte Mal ist zu lange her. Aber ich hoffe mal, dass der Erfolg gestern eine weitere Demo im nächsten Jahr wahrscheinlich macht. Denn es war eine Demo. Für Diversität. Für Gemeinsamkeit. Und für mich das wichtigste: sichtbar zu sein und dabei. Mein Lieblingsspruch von der Demo:

CSDstattAFD

CSDstattAFD

Ist vielleicht nicht wahnsinnig originell, aber einprägsam. In diesem Sinne jetzt nix zu meiner Stoffstatistik (uiuiuiii), meinen neuen Projekten, dem 3. Aufschlag für einen Lace-Schal oder eine Hohelied auf die Overlockmaschine. Auf die Straße…

On my way to

On my way to

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Also doch noch rechtzeitig fertig geworden. Am Sonntag, 20:45 Uhr wurde das Faschingskostüm für das Kind anziebar. Just in time production. Kurz vor Ende stellte sich noch raus, dass das Oberteil leider zu eng geworden war. Also noch mal Rettungskonstuktion überlegen, antiken und empfindlichen Tüll wieder auftrennen und Seitendreiecke einbauen. Hat aber noch geklappt.

Dschinn.

Dschinn.

Das Kind wollte ein Dschinn-Kostüm haben. Und da sind mir dann meine nicht unerheblichen Vorräte an Saris eingefallen. Eine Pumphose und ein Oberteil sollten es werden. Ich habe da ganz klare Vorgaben aufgezeichnet bekommen. Es ist zwar etwas anders geworden, hat aber trotzdem gefallen.

Konstruktionszeichnung.

Konstruktionszeichnung.

Da der Sari aus rosa Tüll mit Zardosi-Stickereien in türkis und Gold sowie Goldpailletten sehr durchsichtig ist, war mir klar, dass ich alle Kleidungsstücke füttern muss. Zumal der Fasching ja im Februar stattfindet und nix doofer ist, als über sein Kostüm immer eine Jacke ziehen zu müssen. Für die Hose habe ich aus einem rosa-rot gewebtem Sari nach einem Schnitt aus der Ottobre eine normale, gerade geschnittene Hose ohne Bündchen oben genäht. Dann habe ich anhand des Schnittes einen neuen Schnitt mit ca 10cm mehr Weite im Bein gezeichnet und diese Teile aus dem Sari-Tüll zugeschnitten. Diese beiden Hosen habe ich dann mit Bündchen in Rosa oben am Bund und unten am Beinabschluss zusammen genäht. Dabei müsste ich den Sari Stoff leider durchgängig mit französichen Nähten nähen, da der Stoff sonst schon beim Ankucken auffaserte und wegfusselt. Das Nähen über die Pailetten vor allem unten an den Beinen hat mich eine halbe Packung Nähmaschinennadeln gekostet. Aber die Hose sitzt super, ist wohl sehr bequem und gefällt mir auch richtig gut.

Das Oberteil wollte ich dann genauso machen: innenliegendes T-Shirt aus Jersey und darüber dann das Tülloberteil und beides mit Bündchen am Hals zusammengefasst. Leider ist das Tülloberteil durch die französichen Nähte dann viel zu eng geworden und ich musste es noch mal aufmachen. Aber das Trennen hat geklappt und alles zusammen war so bequem, das das Kostüm den ganzen Tag über getragen wurde. Ich bin ganz stolz. Und froh, dass aus dem Sari noch was neues geworden ist. Ich fand ihn immer schön, aber rosa ist einfach nicht meine Farbe. Und der Stoff ist super empfindlich. Das fiehl mir natürlich erst wieder ein, als das Kostüm schon fast fertig war… Handwäsche…. Selber schuld.

Ich mochte aber das Hellblau/Türkis mit dem rosa Bündchen für das Untern-drunter-T-Shirt dann doch erstaunlich gerne. Ich hätte geschworen, ich hasse rosa. Das ist so eine niedliche Farbe, so Prinzessinnenmäßg, lieb, harmlos, klischeebeladen und Mädchen. Aber warum geht es dann so für mich gar nicht, wo blau doch manchmal wieder geht (nach Jahren ohne Blau in meiner Kleidung)? Ist das wieder so ein Mädchen-ist-doof-Ding oder wirklich nur meine geradezu allergische Reaktion auf die ganzen rosa Klamotten für kleine und mittelgroße Mädchen die alles zu überwuchern scheinen? Selbsthass oder Potest gegen Geschlechter-Klischees? Ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall ist rosa für mich ein No-Go seitdem ich eine Tochter habe. Alles in Rosa, immer alles aufgeteilt in „Für Mädchen“ und „Für Jungen“. Nach neutral muß man ewig suchen, ob es nun Klamotten, Bücher, Brotdosen oder Rucksäcke sind. Ich hasse diese Festlegung auf „so-bist-du- und es wird dir schon gefallen-wenn du-ein-Mädchen-bist“. Die Farben sind nur das sichtbarste (ja, ja) Symbol für diese Einsortierung in A oder B. Und egal ob frau sich dem beugt oder sich dagegen entscheidet kommt immer wieder der Abgleich an der Norm. Wie cool: gar kein rosa oder wie nett und niedlich in Pink. Und muß Verweigerung von Rollenklischees dann als Konsequenz das Tragen von Schlamm als vorherschender Jungenfarbe für Mädchen sein? Anstatt zu sagen: meine Lieblingsfarbe ist lila mit grünen Streifen, läuft gleich der Film ab: lila? ist das nicht zu offensichtlich? und wieso 2 Farben bei einer Lieblingsfarbe? Ist bunt gut, oder ist es nicht bunt genug? Ist das gendermäßig irgendwie festgelegt?

Mal was anderes.

Mal was anderes.

Schwierig. Weil ich immer von Kinderklamotten auf meine eigenen Farbvorlieben komme und da die Symbolik für mich immer mit reinspielt. Natürlich auch auch Jonny Cash mit „Till things are brighter, I´m the man in black.“ Aber Schwarz reicht mir nicht. Daher habe ich mir für diesen 8. März eine pinke Mütze gestrickt. Jetzt trägt sie jemand anders. Abschließend nur noch ein Gedanke: ein Tag im Jahr alles in Pink reicht mir nicht. Jeden Tag 50%. Equal rights, equal pay, equal freedom. Und alle Farben sind ok. Sogar beige.

Internationaler Frauentag

Selbsterklärend.

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Oh, ja hallelujah. Ziemlich geschockt und reichlich unglücklich. Dabei ist es die Wahl der US-Amerikaner gewesen und nicht mal meine. Sonst wäre ich wahrscheinlich noch deprimierter. Ich habe schon etliche Stadien durch: Unglaube und Entsetzten (das sind nicht wirklich die Nachrichten…), Verzweiflung (the world is going to hell in a handbasket…), Wut (wenn ich den jetzt in meine Finger kriegen könnte, würde es sehr, sehr schmerzhaft für ihn werden…) und dann wieder alles von vorne. Wobei bittererweise die Gewaltfantasien am hartnäckigsten sind.

Ich wünschte den Slogan „I refuse to hate“ von einigen Demonstranten in den USA könnte ich so für mich annehmen. Aber ich bin voller Wut über einen lügenden Rassisten, der glaubt es ist das Recht jedes reichen, weißen Mannes jede Frau zu belästigen, die im gefällt. Die anderen sind ekelig und gehören „nur“ einfach beleidigt. Ein weinerlicher Schulhofschläger, der immer nur Sündenböcke sucht, jeden überbrüllt und lügt und dann jeden verklagen will, der ihn der Lüge bezichtigt. Und diese Wut behört auch genauso denen, die ihn gewählt haben.

Da bin ich ganz bei John Oliver oder bei Billy Bragg, der sich fragt warum jetzt noch den Feministinnen und Linken die Schuld am Wahlsieg gegeben wird:

„If you voted for Trump for no other reason than you genuinely despise the liberal elite, then at the very least you have discounted his racist language – „they’re rapists, drug-dealers“ – and misogynistic views – „I just grab ‚em by the pussy“.

You may not be a racist or sexist yourself, but you’re willing to empower someone who is in order to punish liberals.

So please don’t try to justify what you’ve done by blaming it on someone else. You’re the people who put great stock in masculine values, so stop trying to make excuses when you get called out on your decision. Man up and take responsibility for the Trump presidency.

Because the more you try to deflect blame onto the very people you seek to punish, the more it starts to sound like you’re ashamed of what you just did.“

Diese Wahl ist nur der letzte Tropfen in ein eh schon volles Faß: nach dem Brexit, Putin immer wieder, den widerwärtigen Pegida-Demos, den Angriffen auf Flüchtlinsheime auch in meiner Heimatstadt, den Bildern aus Syrien und Somalia und den eklelhaften, dummen und verabscheuenswürdigen Kommentaren einer Frau von Storch und wiederauferstanden „Lebensschützern“, die ich auf dem Abfallhaufen der Geschichte gesehen hatte. Ich bin so wütend, dass ich kurz vor Schaum vor dem Mund stehe und muß mich immer wieder beruhigen. These are not my values.

Auf jeden Fall steht für mich fest: auch wenn ich wohl mit mehr Slogan-T-Shirts rumlaufen muss: nicht resignieren, organisieren. Ich will nicht mehr die Klappe halten bei miesen Sprüchen mit fiesem Unterton nur aus falsch verstandener Höflichkeit. Und ich darf nicht mehr. Ich kann vielleicht nicht viel tun. Aber jeder soll wissen, dass ich nicht der Meinung bin das „man das ja schließlich noch wird sagen dürfen“.  Wir haben Meinungsfreiheit und das ist ein hohes Gut (siehe dazu die Situation in der Türkei). Aber wenn einer wie ein Rassist redet, dann darf und muß ich ihn Rassisten nennen. Und ein Lügner ist ein Lügner und braucht mir nicht mit Lügenpresse zu kommen.

Dazwischen versuche ich den Glauben an die Menschheit nicht zu verliehren und bemühe mich immer wieder, an die zu denken, die nun in den USA mit diese Verhältnissen leben müssen. Es sind immerhin über 50% der Wähler, die den Wicht nicht gewählt haben. Ich drücke euch die Daumen in Maine und auch in Kanada. Und mir persöhnlich hilft wie immer Billy Bragg: I keep faith.

Und dann werde ich  Leonard Cohen vermissen. Ich habe jetzt nur noch eine neue Platte von ihm, auf die ich mich freuen kann. Aber ich liebe die Worte mit seiner Stimme:

Going home

without my burden

Going home

Behind the curtain

Going home

without the costume that I wore.

Spontanvegetation.

Das nächste Mal dann wieder „in costume“.

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