Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Nähen’ Category

Also doch wieder viele neue Stoffe. Und es war nicht nur der Stoffmarkt in Amsterdam, sondern auch schon vorher. Aber dafür sind es auch richtig schöne Ideen, unendliche Inspirationen und wieder neue Stoff im Vorrat. Sind ja auch ein paar Sachen fertig geworden oder kuz vor der Fertigstellung. Ja, ja Relativierungen… Aber die Auswahl war wirklich zu groß.

Ich habe vor Ostern ein paar Tage in Amsterdam verbracht. Da war es noch richtig kalt. Richtig, richtig kalt. Aber dieses Mal habe ich es so eingerichtet, dass wir auch zum Stoffmarkt am Westerstraat Markt da waren.

Auswahl.

Auswahl.

Ich habe Stoffe für ein Hemdblusenkleid für mich (blau mit bunten Punkten), einen Pullover für meine Tochter (lindgrün mit goldenen! Rehen) und für ein extravagantes Outfit (grüne Kugeln auf silbern/goldenem Hintergrund…) gekauft. Einmalige Gelegenheit. Die Auswahl war wirklich gut und mir hat vor allem die Bandbreite von Stoffarten gefallen. Von Gardinenstoffen, Polsterstoffen, Baumwolldrucken hin zu fast allen anderen denkbaren Qualitäten. Die Preise waren auch eher günstig bis megagünstig. Die Qualität meiner Einkäufe scheint aber nach dem ersten Wasch-Test trotz günstiger Preise gut zu sein. Ganz besonders hochwertige und auch hochpreisige Stoffe sind hier allerding eher nicht zu finden. Da wären die Stoffläden am Alber-Cuyp-Markt wahrscheinlich geeigneter.

Aber es gab auch Stoffe im Museum. Im Tropenmuseum war gerade eine Ausstellung zu Afrikanischem Modedesign: Fashion Cities Africa und dort waren in einem Raum auch Stoffe von Vlisco ausgestellt. Und auch das Musterbuch von Vlisco, dass ich mir leider nicht leisten konnte. Ich konnte mich nicht für einen Favoriten entscheiden.

Noch mehr Auswahl.

Noch mehr Auswahl.

Die Ausstellung und das Museum sind super. Sehr informativ und beides hat mich beeindruckt. Die Fotos von den Modellen geben nicht die im Ansatz die tollen Details und die rafinierte Verarbeitung wieder. Trotzdem hier eines meiner Lieblingsmodelle.

Afrikanisches Modedesign.

Afrikanisches Modedesign.

Aber da dies ja ein Näh-Blog ist, werde ich jetzt nicht von den netten Cafés berichten, von den vielen weitern Museen, die wir gesehne haben und und und. Sondern von einr ganz kleinen Nähstube, die wir in der Nähe der Westerstaat zufällig gefunden haben. Dort ist nähmlich das Mouse Mansion Studio zu finden. Das hatte zwar geschlossen, aber mit den Flyern dort an der Tür haben wir dann das originale Mouse Mansion in der Stadtbibliothek gefunden. Unsere Unterkunft lag nähmlich ganz in der Nähe der Bibliothek. Über 2 Meter hoch und über hundert Räume waren da zu finden. Hier nur die Schneiderei. Sehr gut hat mir auch das Musikliebhaber-Zimmer mit Schallplatten und Bowie-Poster an der Wand gefallen…

Schneiderei in klein.

Schneiderei in klein.

Wir sind schon dabei, uns hier zuhause auch ein kleines Maus-Haus zu bauen. Bisher gibt es schon 2 Räume und am Wochenende wird hoffentlich der dritte Raum tapeziert. Und noch ein Paar Bücher gebastelt. Die Regale sind noch zu leer.

Natürlich war ich in Amsterdam noch in anderen Stoffläden (Frottee für den neuen Bademantel für die Tochter, Blumencanvas nach alten Meistern für eine Tasche und Tweed und Zottelfell für einen Hippy-Mantel…) aber da war ich viel zu beschäftigt, um Fotos zu machen. Daher hier ein weiter Maus-Laden…

Stoffladen in klein.

Stoffladen in klein.

Advertisements

Read Full Post »

Erste Erfolge

Gar nicht mal so schlecht. Jedenfalls was Vorsätze angeht. Ich habe den ersten Monat des Jahres zwar nicht ganz ohne den Kauf von Wolle und Stoff geschafft, aber es ist in sehr kleinem Rahmen geblieben.

Potentielle Bluse.

Potentielle Bluse.

Diesen leichten Baumwollstoff habe ich in Hannover gefunden, bei Bastian-Stoffe in der Innenstadt. Ich war wirklich beeindruckt von der Auswahl in dem eher kleinen Laden. Und erschlagen und überfordert. Ganz ohne einen Stoff konnte ich da einfach nicht heraus. Aber ich habe schon eine Idee für den Stoff: es soll eine ganz klassische Hemdbluse mit Kurzarm werden. Dann dazu meinen Tweedrock und die Schiebermütze… Kann ich mir gut vorstellen.

Immer wenn ich  für die Arbeit woanders hin muß, suche ich mir die Stoffgeschäfte in der Nähe raus. Und die Wollgeschäfte. Wenn ich doch eh daran vorbei komme. Hier lag das Wollgeschäft nur ca 50m vom Stoffgeschäft entfernt. Da habe ich dann noch ein paar runtergesetzte Knäule für die Verlängerung von meinem Schal gekauft. Falls es doch nicht so gut passt, lässt sich daraus auch ein schöner Colour-Block-Schal stricken. Das war es dann aber auch mit Nachschub für das Woll/Stoff-Lager für den Januar.

Auf jeden Fall Schal.

Auf jeden Fall Schal.

Und die ersten fertigen Projekte gibt es such schon zu sehen. Meine Shirt aus eine schönen Biostoff von Lillestoff hier nur als mäßiges Bild. Aber für was besseres war es einfach zu kalt.

Regen im Schnee.

Regen im Schnee.

Die kupferfarbenen Regentropfen glitzern auch noch und bis jetzt scheint dieses Glitzern auch die Wäsche gut zu überleben. Ein sehr schöner Stoff und das Oberteil lässt sich gut kombinieren. Mal wieder der Raglanschnitt aus der Ottobre, den ich schon in sehr vielen Varianten genäht habe. Ich fühle mich darin einfach zuhause. Und im Winter jetzt eine schöne und warme Basis unter einer Jacke.

Ein nächstes Projekt ist auch schon fertig. Eine Premiere: ich den habe den Schnitt von einem Pullover/Sweater abgenommen, den ich Second Hand gekauft hatte. Der gefiehl mir von der Länge her und von den Schnittdetails gut und so habe ich den Schnitt abgenommen, alles noch etwas weiter als bei dem Original abgezeichnet und dann nach Gefühl alles zusammengeklöppelt. Ich bin sehr stolz, denn es hat geklappt! Nur die Ärmelkugel muß ich im Schnitt noch mal überarbeiten, der Rest gefällt mir gut.  Und die Verarbeitung ist bei meinem Projekt besser geworden als im Original. Ich bin da vermutlich aber auch ein bischen sehr pingelig.

Langpullover.

Langpullover.

Am besten gefällt mir der Kaputzenausschnitt. Den kann man natürlich auf keinem Foto gut sehen. Und den „doppelten“ Bauch mit denseitlichen Eingrifftaschen. Macht das Ganze sehr gemütlich.

 

Read Full Post »

Ich war ja sehr wenig fleissig hier im Blog in den letzten Wochen. Aber ich hatte viel zu tun und noch dazu das Gefühl super viel zu tun zu haben. Keine Zeit für alles was nicht Organisation, Arbeit, Haushalt, Kinderorganisation, Arbeit, Putzen oder gegen das Chaos-an-arbeiten ist. Dabei habe ich vor Weihnachten keinen einzigen Keks gebacken und auch bei weitem nicht so viele Geschenke selbst gemacht, wie in den Jahren zuvor. Vielleicht das Alter? Denn soviel Stress war eigentlich gar nicht wie sonst.

Denn das Kokketiern mit der 50 ist nun keine Beinahe mehr. Ein bischen hat mich das Halbe Jahrhundert ja schon beeindruckt. Auch wenn ich das ungerne zugebe. Aber 50 ist schon eben eine sehr runde Zahl. Mit 30 war ich wirr und im Studium und habe mich nach dem Geburtstag viel freier als vorher gefühlt. Bei meinem 40esten Geburtstag war meine Tochter gerade ein halbes Jahr alt und da hatte ich wirklich anderes zu tun, als mir um Zahlen Gedanken zu machen. Jetzt war mehr Zeit zum Nachdenken und da ich auch schon zu einigen 50. Geburstagsfeiern eingeladen war, habe ich mich sehr schwer damit getan, mir klar zu werden was ich von dem Tag eigentlich erwarte.

Feiern oder weg? Hat beides was für sich. Aber feiern kurz vor Weihnachten, wenn keiner Zeit und Lust auf noch einen Termin hat? Grillparty im Garten geht da einfach nicht. Und dann habe ich mich für weg entschieden. Und nach vielen Überlegungen dann dafür, etwas zu tun, was ich noch nie gemacht habe. Beziehungsweise dorthin zu fliegen, wo ich noch nie war. Meine Traumziele Vancouver oder Hawaii müssen noch warten, bis ich reich werde/diese Oberdepp nicht mehr der Chef der US of A ist.

Aber so bin ich mit meinem Mann und meiner Tochter für 3 Tage nach Riga geflogen (da war ich noch nie und fliegen tue ich auch nicht oft) und habe mir mit ihnen die Stadt im Nebel angesehen. Schnee war leider nicht.

Riga bei Tag.

Riga bei Tag.

Es war wunderschön. Das Hotel lag mitten in der Altstadt und alles war zu Fuß zu erreichen. Dort gab es ein echtes James-Bond-Entree mit Marmorbrücke über Goldfischen zum Fahrstuhl. Bei Mr Bond wären es vermutlich Haie und Papgeien gewesen und hier „nur“ Goldfische und Wellensittich aber ich fand es sehr beeindruckend.

Ausserdem lagen zwei Wollgeschäfte einmal 80m und einmal 140m entfernt. Und der Schokoladen-Laden von Laima (tradionelle lettische Schokoladenmarke) war auch gleich um die Ecke. Die Stadt hat mich beeindruckt und mit ihrem Charme für sich eingenommen. Und die RigaerInnen auch.

Riga at night.

Riga at night.

Und die Wolle. Und der Kaffee.

50 und 2 Tage.

50 und 2 Tage.

Aber vor allem die Wolle und die wunderschönen gestrickten Handschuhe. Ich bin vor lauter kucken gar nicht dazu gekommen, einmal eine Wand mit den verschiedenen Modellen zu fotografieren. Aber besonders beeindruckt war ich von der Auswahl bei Tines und Sena Klets . Ich habe mir natürlich ein paar Handschuhe gekauft und dann natürlich ein dickes Buch mit Fotos und Strickanleitungen. Und Wolle. Viel Wolle. In grau/gelb und rosa und lila und rot und rosagraulila und bunt. Und Schals. In türkis/weiß und rot und lila/grün und in grau/glitzer mit Schneeglöckchenmuster. Das ist so wunderschön und ich brauche bestimmt noch Jahre, um soetwas selber stricken zu können.

Außerdem noch Pfefferkuchen. Sehr lecker. Aber wir waren auch in der Nationaloper und haben uns The Sound of Music auf lettisch angesehen und im Lettischen Nationalen Kunstmuseum um dort die Bilder anzusehen. Dabei waren schon das Gebäude und die Wände beeindruckend.

Lettisches Nationales Kunstmuseum.

Lettisches Nationales Kunstmuseum mit Touristen.

Ich hoffe ich komme dort noch einmal hin. Villeicht im Sommer. Dann muß es da wunderschön grün sein mit den vielen Parks und Grünanlagen in der Stadt. Und dann habe ich auch mehr Platz für Wolle. Diese konnte ich leider nicht mehr mitnehmen…

Wolle. Überall Wolle.

Wolle. Überall Wolle.

Daher jetzt gar kein Rückblick auf 2017 und auch kein Ausblick auf 2018. Da wird es um die Reduktion des Stoffvorates gehen. Ein bischen ist da schon passiert. Damit hier zumindest der Beginn von 2018. Tiere und mein Lieblingsmodell von 2017: Ottobre Raglan Shirt. Hier mit FBA.

Einhörner. Es ist so 2017.

Einhörner. Es ist so 2017.

Read Full Post »

Tja, ist wirklich nah dran. Erst die Wahl. Dann meine eigene Unfähigkeit, den Hass aus meinem Herzen zu kriegen. Ich bin so sauer über alle, die die Rechten gewählt haben. Und dann gab es auch noch ein Einruch im Büro und einen Tag später wurde meinem Liebesten das Fahrrad geklaut. Das Gute. Mit ZWEI Schlössern angeschlossene. Tagsüber.

Das finde ich einfach so gemein. Das erste Rad, das ihm mal groß genug war. Schöner Schiet. Ich wünsche den Dieben alles Miese an den Hals und ärgere mich darüber, dass sie es auch noch schaffen so viel Wut in mir zu generieren. Am meisten aber wünsche ich mir, dass sie mal in Therapie sind und dann den Auftrag bekommen, sich bei allen persöhnlich zu entschuldigen, denen sie was geklaut  haben. So richtig entschuldigen, von Angesicht zu Angesicht und sich dann die Geschichten anhören, wie die Leute ohne ihre Fahrräder klar kommen. Grrrrrrrrr.

Tja, aber die Heizung ist nicht kaputt, wonach es erst aussah. Mein Strickschaf kommt super voran (nur noch 1,5 Arme und dann zusammensetzen). Das Kinderfahrad konnte ich gut selber reparieren und ganz viel Leute haben die AFD nicht gewählt. Mal sehen, ob ich das mit dem Blick auf die positiven Dinge insgesamt besser hinkriege. Harte Arbeit für mich zur Zeit.

Aber wie heißt es so schön: grün ist die Hoffnung und daher jetzt:

Es grünt so grün.

Es grünt so grün.

Schlechte Haltung, schlechter Hintergund, schlechter Gesichtdsausdruck. Aber das Shirt ist ein Gewinner. Wieder nach meinem angepassten Standartschnitt aus der Ottobre. Genäht in Größe 46. Superbequem und der Palmenstoff ist auch richtig super. War ein Sonderangebot bei Kraftstoff. Vielleicht ist das ja auch schon ein Statement mit der Farbe.

Grün mit Sonne.

Grün mit Sonne.

Einhörner, Halloween-Kostüme, Schaf gibt es demnächst. Hier nur noch ein Blick in den Vorgarten. Ich sach nur: November…

OMG. We are all going to die.

OMG. We are all going to die.

 

Read Full Post »

Vor der Wahl

Mann ist das anstrengend. Dieses mal bin ich ziemlich intensiv in den Wahlkampf eingetaucht. Und das erste Mal auch öffentlich. An so einem Wahlkampfstand zu stehen ist ein bisschen wie ein Coming out. Ich steh hier für diese Partei und damit bin ich dann wirklich auch gleich für alles verantwortlich. Dabei habe ich gar keine Verantwortung, nur eine Meinung. Ich muß Rede und Antwort stehen und Antworten haben und vor allem zuhören können. Und ganz schnell ist nix mehr privat.

Aber es bewegt auch viel in mir. Ich führe die Gespräche ja. Und ich erinnere mich an viele Gesichter und viele Sätze und viele Möglichkeiten miteinander umzugehen. Ich habe nicht mehr so viel Angst mich sichtbar draußen hinzustellen mit sowas persöhnlichem, wie einer politischen Meinung. Ich muß aber noch an meiner Wut-wieder-loswerden-Strategie arbeiten. „Ihr solltet euch was schähmen!“ und dann schnell die Flucht ergreifen bei der Nachfrage „Warum?“ lässt mich eher ratlos zurück. Auch die Aussage, dass man in Bayern die Grünen ja nicht wählen könne, finde ich jetzt nicht ganz so einleuchtend.

Aber die 96jährige Dame die von ihrer Arbeit in der Gewerkschaftkantine in Bonn erzählte, das lange Gespräch mit einer Transsexuellen zu dem früheren Umgang der Grünen mit sexualisierter Gewalt, der Mann im Anzug, der mich am Stand angeschriehen hat und mir erzählen wollten, was ich als Frau auch wie sehen müsse und alle diejenigen, die sich die Zeit genommen haben, mir zu erklären, warum sie die Grünen nicht mehr wählen: ich werde mich an alle erinnern. Ich bin dankbar für viele dieser Gespräche und wütend über manche. Das waren aber nicht so sehr die Gespräche als mehr die Monologe ohne den Wunsch nach Austausch. Über die Gespräche denke ich immer noch nach, stelle für mich Positionen in Frage und werde mir auch sicherer in meinem Empfinden.

Morgen noch mal. Dann brauche ich eine Pause. Ich will nicht dauernd ganz so öffentlich sein. Wobei die Haupterkenntnis eine ganz altbekannte ist: wenn ich mich öffne, tut das meist auch die Person gegenüber. Oft mit ganz erstaunlichen Ergebnissen. Wenn die andere Person sich nicht öffnet, fühlt sich das sehr nackich an. Aber so what: mach dein Ding, steh dazu, heul nicht rum wenn andere lachen…

Aber erst mal will ich nun ein, nein zwei neue Shirts. Motto: I am on the side with love…

Steh dazu...

Steh dazu…

Und eins in grün mit Palmen auch in grün. Ist auch irgendwie so ein Statement-Ding mit 70er-Tapete-Einschlag. Vielleicht schon übermorgen fertig. Und bis dahin überlege ich noch mal ob ich meine letzten Nähergebnisse poste. Ich bin zwar sehr zufrieden damit, ich habe noch dem 7. Modell auch die Verarbeitung und Passform gut optimiert. Aber es sind halt Unterhosen, Schlüpper, Unnerbuxen. Das ist dann vieleicht auch etwas zu persöhnlich/nah dran.

Für diejenigen, die was gutes über den Wahlkampf lesen möchten kann ich nur das hier empfehlen:  Arbergen! 

Gut das wir sie haben, sie nervt und immer gewinnen die Falschen und nur Typen und alles geht viel zu langsam. Aber: das ist Demokratie, langweilig wird sie nie. Bitte geht eine demokratische Partei wählen. Please.

 

Read Full Post »

Statistik

Tja, einer der Gründe warum es etwas dünn bei den Blog-Posts ist: ich habe mir ja eine Stoffstatistik für diese Jahr vorgenommen. Was kommt rein, was wird vernäht und geht damit raus (aus dem Vorrat) und als Effekt: hoffentlich kommt es insgesamt zu einem Abbau der Vorräte. Pffffff. Hände-in-die-Luft-werfen und hysterisches Gekicher. Ich fürchte dieses Ziel wurde mit der Aufnahme einer Statistik nicht erreicht. Ich habe das Gefühl der Eintrag ist gänzlich unkontrolliert explodiert. Dabei sollte es doch weniger werden. Ich nähe zwar wie eine Wilde, aber der Einkauf übertrifft das locker. Dabei bin ich doch Ökologin (in einem früheren Leben gewesen) und weiss, das mehr Eintrag als Austrag kein nachhaltiges System ist. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich hier aus den Stoff-Vorräten Erdöl bildet, weil der Druck dafür nicht reicht. Aber Humus ist möglich, denn es gibt Schichten.

Jetzt aber kein rumgerede und verzögern mehr: ich habe in diesem Jahr schon 55,1 m Stoff gekauft. Es ist mir schon ziemlich peinlich. Daher sieht es in meinem Nähzimmer zur Zeit auch teilweise so aus:

Stapelbildung.

Stapelbildung.

Ich habe allerdings auch schon 22,7 m Stoff vernäht: 1 Kinderfaschingskostüm, 1 T-Shirt und 2 Pullover für meine Tochter, 1 T-Shirt für den Gatten und für mich 3 Raglanshirts, 2 Sweatheart-Tops mit kurzen Ärmeln, eines mit langem Ärmel, eine Jogginghose,  3 verschiedene Pullover, einen Rock und ein Ophelia-Shirt. Ausserdem noch diverse Schlüsselbänder, eine Baybhandtuch und eine kleine Tasche für Babyutensilien.  Aber von einem Abbau der Vorräte kann keine Rede sein.

Es ist der Konsumrausch, das Gefühl: diesen Stoff finde ich nie wieder und den anderen kriege ich nie wieder so günstig. Und das Potential. Viele Stoffe finde ich einfach nur schön, oder besonders, oder ich liebe die Farben oder das Muster. Aber bei jeden Stoff geht es auch immer um die Pläne, das Potential. (Ich höre da immer den inneren Remington Steel: Think of the possibilities…Prägende Szene meiner Jugend ab 33: 49). Oder wie Bowie in Absolute Beginners sagte: Wir verkaufen keine Dinge, wir verkaufen Träume. Und das ist es oft: ich stelle mir abgefahrene Kleider, supergemütliche Pullover und wunderschöne Klamotten vor, die alle perfekt aussehen. Das ist das Potential. In der Realität stelle ich dann fest, dass es nie ganz so perfekt wird, ich wieder auf einen Modetrend reingefallen bin, der an einer Frau  mit dickem Hintern und Größe 42-48 auch mit 100 Anpassungen nicht anzupassen ist oder ich dann einfach ein wunderschönes Kleid habe, mit dem frau aber leider nicht Fahrrad fahren kann (ohne beim Absteigen von selbigen zu fallen).

Das ist natürlich ein Kapitalismus-Grund-System: immer schön kaufen. Und ich bin definitiv nicht frei davon. Stoffe habe ich genug, das weiss ich. Aber Träume und Potential: davon kann ich nicht genug bekommen. Es bleibt ein ständiger Kampf zwischen der Realisierung von Träumen, Praktikabilität und der Erkenntnis, dass ich zuviel habe.

Humus.

Humus, vor sich hin reifend.

Aber langsam bis mittelschnell steigt der Anteil der selbstgenähten Klamotten, die ich trage. Es muss nicht alles nur selbst genäht sein, aber ich habe keine Lust auf schlecht sitzende Mode in trüben Farben, die nur von unterbezahlten Frauen in Bangladesh hergestellt worden sein kann. Ich weiß wie lange ein T-Shirt dauert. Und das ist nicht für EUR 4,50 zu machen. Und es dann gleich nach dem Tragen wieder wezuschmeißen ist eine Sauerei. Bei selbst gemachten Sachen dauert alles immer lange. Diese Sachen zu verschenken oder selber zu benutzen bedeutet für mich Wertschätzung: für die Beschenkten, für die Dinge, die eben ihre Zeit brauchen. Das sind bewußte Entscheidungen, nicht immer effektiv sein zu wollen und zu müssen.

Ja, das ist politsch. Hier auf meinem Blog geht es ums selber machen. Aber nicht nur weil es schöner ist. Sondern weil es ein Akt der Selbstbestimmung ist: wie will ich aussehen? Anders als es für eine dicke fast 50-jährige vorgesehen ist? Oder nur nachmachen, was „die Mode“ vorgibt? Ich glaube, ich will weiter spielen, mich ausprobieren und nicht auf irgendwas festlegen lassen. Und das ist auch politisch.

Und dann geht es für mich auch um Unabhängigkeit: ich kann das selber. Finde ich für mich ganz wichtig. Ich kann mein Fahrrad reparieren, Pflanzen pflegen, Klamotten nähen, die Buchhaltung machen, einen Wissenschaftlichen Text verstehen oder schreiben, mit der Axt umgehen, der Häkelnadel und der Bohrmaschine, Lace-Schals stricken (bei Socken übe ich noch), backen, putzen, eine Steuerprüfung vorbereiten und begleiten und die Küche putzen sowie tausend andere Dinge. Und nichts davon ist weniger oder mehr wert oder wertlos. Oder irgendwie lächerlich, weil es ja nur eine Frauenbeschäftigung ist. Selber machen können macht mich unabhängig. Und auch das ist politisch. Weil: ich kann es selber. Ich muß nicht jemanden schlecht bezahlen, damit er oder sie es macht.

Ich habe viel über den Post von Frau Jule nachgedacht. Und denke schon, dass es auf meinem Blog auch um politische Fragen geht. Weil es um mich geht und ich mache viele Dinge, nicht nur Topflappen (siehe oben). Und vor allem geht es mir auch um Sichtbarkeit. Ich habe das Gefühl, ich komme da draußen in der Welt nicht wirklich vor. Aber hier bin ich da. Und mal ist mir Wolle wichtiger, mal muß ich mich über Gender-Farb-Zuordnungen aufregen und dann wieder geht es um ganz was anderes. Aber ich will eben auch vorkommen: Frau, chronisch krank, nerdig, dick, nicht mehr jung, Musik-verrückt, nicht konventionell schön, Bollywood-Fan, unsportliche Tanzbegeisterte, sesshaft, Nematodenspezialistin, frickelige Buchhalterin, Sammlerin, Mutter, verheiratet, nicht nur hetero , Bücher-liebend und Schoko-abhängig. Und wenn ich da draußen sonst nicht vorkomme, muß ich eben selber raus. Und das ist auch politisch.

Mir geht es hier auch eher um Sichtbarkeit für mich. Keine Ahnung, ob oder was hier andere interessiert. Das ist für mich nicht entscheidend beim Schreiben. Keiner muß das hier lesen. Wenn ich so wütend über die Wahl eines amerikanischen Präsidenten werde, dass ich schon Selbstgespräche führe, dann hat das hier aber definitiv einen Platz. Sehr schön auf den Punkte gebracht von John Oliver: this is not normal. Und ich muss es mir auch immer wieder sagen: das ist nicht normal. Ich will mich an bestimmte Dinge und Aussagen nicht gewöhnen.

Aber ich will auch nicht, dass diesen Deppen in den USA, der Türkei, Syrien oder gar nicht so weit weg die Jungen Alternativen Identitären Idioten (oder wie auch immer die heißen) hier in Bremen (Grusel und würg) alle meine Energie absorbieren. Ich will immer wieder sagen: nein, für mich sprecht ihr nicht und euere Zukunft will ich nicht. Ich kann mir nähmlich eine bessere und buntere vorstellen. Aber gerade in diesen Zeiten und diesen Zuständen, von denen ich nicht erwartet hätte, mich wieder in ihnen bewegen und damit auseindersetzen müsste, ist bunt und Glitzer vielleicht auch ein echtes Statement. Dazu ein perfekter Post von Oonabaloona.

Und daher nun: Glitzer!

Golden Years...

Golden Years…Seufz.

Zusammenfassend kann ich nur sagen: ist vielleicht alles etwas wirr geworden. Aber ich bin echt zu alt, um mich mit irrer Anstrengung zu kompartimentieren. Weder nur Stoffe, noch nur Regt-mich-auf. Mich gibt es als Gesamtpaket. Und eine neue rosa Mütze stricke ich mir auch. Und trage sie auch im Frühling.

 

 

Read Full Post »

Also doch noch rechtzeitig fertig geworden. Am Sonntag, 20:45 Uhr wurde das Faschingskostüm für das Kind anziebar. Just in time production. Kurz vor Ende stellte sich noch raus, dass das Oberteil leider zu eng geworden war. Also noch mal Rettungskonstuktion überlegen, antiken und empfindlichen Tüll wieder auftrennen und Seitendreiecke einbauen. Hat aber noch geklappt.

Dschinn.

Dschinn.

Das Kind wollte ein Dschinn-Kostüm haben. Und da sind mir dann meine nicht unerheblichen Vorräte an Saris eingefallen. Eine Pumphose und ein Oberteil sollten es werden. Ich habe da ganz klare Vorgaben aufgezeichnet bekommen. Es ist zwar etwas anders geworden, hat aber trotzdem gefallen.

Konstruktionszeichnung.

Konstruktionszeichnung.

Da der Sari aus rosa Tüll mit Zardosi-Stickereien in türkis und Gold sowie Goldpailletten sehr durchsichtig ist, war mir klar, dass ich alle Kleidungsstücke füttern muss. Zumal der Fasching ja im Februar stattfindet und nix doofer ist, als über sein Kostüm immer eine Jacke ziehen zu müssen. Für die Hose habe ich aus einem rosa-rot gewebtem Sari nach einem Schnitt aus der Ottobre eine normale, gerade geschnittene Hose ohne Bündchen oben genäht. Dann habe ich anhand des Schnittes einen neuen Schnitt mit ca 10cm mehr Weite im Bein gezeichnet und diese Teile aus dem Sari-Tüll zugeschnitten. Diese beiden Hosen habe ich dann mit Bündchen in Rosa oben am Bund und unten am Beinabschluss zusammen genäht. Dabei müsste ich den Sari Stoff leider durchgängig mit französichen Nähten nähen, da der Stoff sonst schon beim Ankucken auffaserte und wegfusselt. Das Nähen über die Pailetten vor allem unten an den Beinen hat mich eine halbe Packung Nähmaschinennadeln gekostet. Aber die Hose sitzt super, ist wohl sehr bequem und gefällt mir auch richtig gut.

Das Oberteil wollte ich dann genauso machen: innenliegendes T-Shirt aus Jersey und darüber dann das Tülloberteil und beides mit Bündchen am Hals zusammengefasst. Leider ist das Tülloberteil durch die französichen Nähte dann viel zu eng geworden und ich musste es noch mal aufmachen. Aber das Trennen hat geklappt und alles zusammen war so bequem, das das Kostüm den ganzen Tag über getragen wurde. Ich bin ganz stolz. Und froh, dass aus dem Sari noch was neues geworden ist. Ich fand ihn immer schön, aber rosa ist einfach nicht meine Farbe. Und der Stoff ist super empfindlich. Das fiehl mir natürlich erst wieder ein, als das Kostüm schon fast fertig war… Handwäsche…. Selber schuld.

Ich mochte aber das Hellblau/Türkis mit dem rosa Bündchen für das Untern-drunter-T-Shirt dann doch erstaunlich gerne. Ich hätte geschworen, ich hasse rosa. Das ist so eine niedliche Farbe, so Prinzessinnenmäßg, lieb, harmlos, klischeebeladen und Mädchen. Aber warum geht es dann so für mich gar nicht, wo blau doch manchmal wieder geht (nach Jahren ohne Blau in meiner Kleidung)? Ist das wieder so ein Mädchen-ist-doof-Ding oder wirklich nur meine geradezu allergische Reaktion auf die ganzen rosa Klamotten für kleine und mittelgroße Mädchen die alles zu überwuchern scheinen? Selbsthass oder Potest gegen Geschlechter-Klischees? Ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall ist rosa für mich ein No-Go seitdem ich eine Tochter habe. Alles in Rosa, immer alles aufgeteilt in „Für Mädchen“ und „Für Jungen“. Nach neutral muß man ewig suchen, ob es nun Klamotten, Bücher, Brotdosen oder Rucksäcke sind. Ich hasse diese Festlegung auf „so-bist-du- und es wird dir schon gefallen-wenn du-ein-Mädchen-bist“. Die Farben sind nur das sichtbarste (ja, ja) Symbol für diese Einsortierung in A oder B. Und egal ob frau sich dem beugt oder sich dagegen entscheidet kommt immer wieder der Abgleich an der Norm. Wie cool: gar kein rosa oder wie nett und niedlich in Pink. Und muß Verweigerung von Rollenklischees dann als Konsequenz das Tragen von Schlamm als vorherschender Jungenfarbe für Mädchen sein? Anstatt zu sagen: meine Lieblingsfarbe ist lila mit grünen Streifen, läuft gleich der Film ab: lila? ist das nicht zu offensichtlich? und wieso 2 Farben bei einer Lieblingsfarbe? Ist bunt gut, oder ist es nicht bunt genug? Ist das gendermäßig irgendwie festgelegt?

Mal was anderes.

Mal was anderes.

Schwierig. Weil ich immer von Kinderklamotten auf meine eigenen Farbvorlieben komme und da die Symbolik für mich immer mit reinspielt. Natürlich auch auch Jonny Cash mit „Till things are brighter, I´m the man in black.“ Aber Schwarz reicht mir nicht. Daher habe ich mir für diesen 8. März eine pinke Mütze gestrickt. Jetzt trägt sie jemand anders. Abschließend nur noch ein Gedanke: ein Tag im Jahr alles in Pink reicht mir nicht. Jeden Tag 50%. Equal rights, equal pay, equal freedom. Und alle Farben sind ok. Sogar beige.

Internationaler Frauentag

Selbsterklärend.

Read Full Post »

Older Posts »